„Und – lässt du dich impfen?“ – Ein Diskussionsbeitrag

Vorbemerkung:

Mit diesem Beitrag soll niemandem vorgeschrieben werden, wie er sich in dieser Frage zu verhalten hat. Aber manche Glaubensgeschwister machen sehr offen Stimmung gegen das Impfen in der aktuellen Corona-Pandemie und verunsichern dadurch. Ausgeglichenere oder anderslautende Stimmen 1 gibt es, doch bei der Vehemenz der Kritik finden sich Impfwillige zunehmend in der Defensive wieder. Das muss aber nicht sein.

 

Am Telefon, nach dem Gottesdienst im Foyer – spätestens in jedem dritten Gespräch kommt vorsichtig diese Frage auf: „Lässt DU dich impfen?“ Nachdem es im letzten Jahr Debatten über Corona allgemein und die Maßnahmen dagegen im speziellen gab, rückt uns dieses Thema nun noch persönlicher und im wahrsten Sinn des Wortes „auf die Pelle“.

Da zu dieser Frage im Moment viel veröffentlicht wird, erspare ich mir, was andere besser können: die wissenschaftlichen Hintergründe und Fakten im Detail aufzuzeigen und zu analysieren. Ich verweise hier auf die allgemein verfügbaren Quellen 2. Aus christlicher Perspektive erscheint mir z.B. die vorsichtig und doch klar formulierte Stellungnahme von Dr. med. Eduard Freitag (Arbeitsgemeinschaft für biblische Ethik in der Medizin 3) hilfreich. Stattdessen teile ich hier einige Überlegungen, die mich persönlich beim Nachdenken über diese Frage bewegen – in dem Bewusstsein, dass nicht jeder die gleiche Schlussfolgerung daraus ziehen wird.

Als früherer Afrikamissionar und Administrator einer Gesundheitszone in der Dem. Rep. Kongo sind Impfungen für mich erstmal ein großer Segen. Einer (besonders unterernährten) Bevölkerung geht es ohne Kinderlähmung, Keuchhusten oder Masern so viel besser! Auch als Familie haben wir uns mit etlichen Impfungen geschützt – und wenn es eine gegen Malaria gegeben hätte, wären mir etliche Krankheitszeiten erspart geblieben. Aber auch ohne Afrika-Hintergrund müsste der Segen weit verbreiteter Impfungen erkennbar sein: dass bei uns kaum noch jemand ein wochenlang am Husten fast erstickendes Kleinkind zu Hause hat oder einen Verwandten mit Hirnhautentzündung ins Krankenhaus bringen muss, verdanken wir eben diesen. Meine Frage ist daher bei der Corona-Impfung: Was sollte mich daran hindern? Wenn es darum geht, die Ausbreitung einer Krankheit zu begrenzen – warum sollte man das nicht unterstützen?

Spricht etwas aus der Heiligen Schrift dagegen?

Die meisten Christen glauben, dass Gott uns die Natur und den Verstand gegeben hat, auch um damit Medizin zur Vorbeugung und Heilung von Krankheiten herzustellen. Seinem Volk Israel gab Gott ausdrücklich eine Reihe praktischer Anweisungen, die offensichtlich mit der Verhinderung und Eindämmung von infektiösen Krankheiten zu tun hatten (z.B. 3. Mose 13). Dass letzten Endes „der Herr dein Arzt“ (2. Mose 15,26) ist, bleibt davon völlig unberührt. Der biblische Rahmen für Impfungen scheint grundsätzlich gegeben zu sein.

In den sozialen Medien verbreitet sich die These, diese Impfung sei das Malzeichen des Tieres aus Offenbarung 13,16. Was ist da dran? Diese körperliche Markierung mit den damit verbundenen wirtschaftlichen Einschränkungen wird kommen, das sagt die Schrift klar. Allerdings wird vorher ein anderes „Tier“ erscheinen, auf dem „Thron des Drachen“ sitzen, von einer tödlichen Verletzung geheilt werden und deshalb von „der ganzen Erde“ bestaunt werden – „42 Monate lang“ weltweite Verführung und weltweite Verfolgung mit dem Ergebnis, dass „alle, die auf der Erde wohnen werden, ihn anbeten werden“ (13,1-8). Es wird also eine Entwicklung sein, die jeder mitbekommt, egal welche Quellen er liest. Man kann sich zwar heute zunehmend vorstellen, wie konkret so eine weltweite Einflussnahme aussehen kann. Aber da dieser global angebetete Führer noch nirgends zu sehen ist, kann diese Impfung auch nichts mit seinem Erkennungszeichen zu tun haben

Gibt es ethische Probleme damit?

Man liest, die neuen Impfstoffe würden „in Zellen von abgetriebenen Embryos“ hergestellt. Zunächst war ich alarmiert von der unfassbaren Vorstellung, da würden Babys abgetrieben, um jetzt diese neuen Impfungen herzustellen. Dann kam heraus, dass man seit vielen Jahren verschiedenste Impfstoffe mit Hilfe von Zelllinien herstellt oder testet, die seit Jahrzehnten aus Zellen (in diesem Fall) eines 1973 nicht zu diesem Zweck abgetriebenen Embryos abgeleitet werden. – Die ethischen Herausforderungen sowohl der Abtreibungsproblematik als auch des vielfältigen Gebrauchs von embryonalen Stammzellen dürfen nicht übersehen werden. Aber sie scheinen wohl doch bei dieser aktuellen Frage keine andere Rolle zu spielen als bei vielen anderen, schon lange üblichen Impfungen auch.

Was motiviert mich – Misstrauen?

Misstrauen und Angst sind zwei Motive, die uns in vielen Äußerungen zu diesem Thema deutlich entgegenschlagen. Wachsamkeit gegenüber unseren Regierenden ist insofern gerechtfertigt, als da Männer und Frauen mit ähnlichen Begrenzungen, Ängsten und persönlichen Zielen sitzen, wie wir sie alle haben – und daher bewusst und unbewusst auch Fehler machen. Dass sie jedoch bewusst der Bevölkerung oder der Wirtschaft unseres Landes schaden wollen, erscheint nicht plausibel. Misstrauen gegen sie zu schüren ist eine Aktivität, für die ich in der Heiligen Schrift weder Vorbild noch Auftrag finde.

Was aber, wenn sie unbewusst mit ihren Entscheidungen die in der Bibel beschriebenen Endzeit-Entwicklungen fördern? Natürlich ist das so – immer wieder! Die Geschichte Gottes hat sich immer auch durch die Hände von freundlichen und weniger freundlichen Regierungen entwickelt. Wir sollten aufhören, erstaunt oder aufgeregt zu reagieren, wenn Dinge in der Welt sich zunehmend nach den Gedanken des Widersachers richten. Einen Auftrag oder auch nur ein Vorbild zur Beschäftigung mit verborgenen Motiven oder geheimen Plänen in der politischen Welt kann ich in der Schrift nicht erkennen. Wir haben genug Arbeit mit der offensichtlichen und in unser Leben eindringenden Weltlichkeit, die wir entlarven sollen (Epheser 5,3-14), mit unserem eigenen bösen Herzen und mit zunehmend erkaltender Liebe bei und unter uns. Genug Arbeit hätten wir auch mit all den guten Werken, mit denen „wir die Unwissenheit der unverständigen Menschen zum Schweigen bringen“ könnten (1. Petrus 2,11-17).

… oder Angst?

Man liest Warnungen vor „dem Chip zur totalen Kontrolle der Menschheit“. Wenn allerdings 5-10 Leute ihre Impfung aus derselben Flasche erhalten, erwarte ich keinen personalisierten Chip für jeden dabei. Ernsthafter diskutiert wird die Möglichkeit genetischer Manipulation durch die Injektion von mRNA-Abschnitten in einigen der neuen Impfstoffe. Gewöhnlich heisst es bei den warnenden Artikeln zu dem Thema dann: „Nicht völlig auszuschließen ist …“ Während ich es als wissenschaftlich und journalistisch redlich ansehe, wenn man auch kleinste oder gar nicht quantifizierbare Fehlermöglichkeiten und Risiken erwähnt, so lasse ich mein Leben im Allgemeinen doch nicht von der Angst davor bestimmen. Ich benutze Flugzeuge und sogar Autos, nehme Medikamente mit viel Nebenwirkungspotential und habe vor 27 Jahren eine Ehe geschlossen, obwohl bei all dem viele Risiken „nicht völlig auszuschließen sind“. Andere Mediziner bestreiten denn auch die reale Möglichkeit eines Einbaus von mRNA in die menschliche DNA – mir scheint, ich brauche davor nicht wirklich Angst zu haben. Kurzfristige Impfnebenwirkungen sind wohl verbreiteter und intensiver als bei manchen anderen Impfungen, das muss man wissen. Langfristige Schäden können bei der Einführung jeder neuen Impfung erst nach mehreren Jahren der Massenimpfung ausgeschlossen werden. Dieses Risiko ist bei diesen schnell entwickelten Impfstoffen natürlich höher – allerdings doch begrenzt, da gravierende Nebenwirkungen von neuen Wirkstoffen bei z.T. über 40.000 Testpersonen erfahrungsgemäß innerhalb der ersten 4-6 Wochen in Erscheinung treten.

Eins wird bei all dem vagen Reden über Risiken hingegen immer offensichtlicher: die nicht geringen Prozentzahlen von Menschen, die von einer schweren Covid-19 Erkrankung zwar genesen sind, aber zumindest mittelfristig nicht unerhebliche Gesundheitsprobleme behalten. Was ziehe ich also vor: Eventuelle Langzeitschäden durch die Impfung, von denen wir noch nichts wissen – oder die mittlerweile einschätzbare Wahrscheinlichkeit von schwerem Verlauf und Spätfolgen einer Erkrankung, sollte ich mich oder andere mit dem Virus infizieren?

… oder Liebe?

Die drängendste Motivation für mich als Christ, etwas zu tun oder zu verweigern, ist allerdings etwas anderes. Es sollte die Liebe sein – und zwar die zu Gott und zum Nächsten. Ich muss mich fragen: Wäre es ein Ausdruck meiner Nächstenliebe, die Impfung zu verweigern? Oder bringt mich der Gedanke an das Wohl meiner Mitmenschen eher dazu, mich doch impfen zu lassen? Da die Frage nach der Liebe schon in der Schrift mehrfach als alles entscheidend genannt wird, könnte sie in der persönlichen Überlegung auch in dieser Sache den Ausschlag geben.

Alles in allem

Die Ausbreitung einer Infektionskrankheit kann entweder bei der Übertragung oder im Überträger unterbrochen werden. Wir haben in den letzten Monaten zur Genüge die unerwünschten Nebenwirkungen der angestrengten Verhinderung von Übertragungen erlitten. Nun wird eine zweite Option greifbar, nämlich die Überträger zu immunisieren. Mir erscheint das eine langlebigere und verträglichere Lösung zu sein als noch mehr Wochen Lockdown oder eine noch schärfere Isolierung unserer Senioren – bei allen Fragen (z.B. hinsichtlich des Grades der erworbenen Immunität), die noch nicht abschließend beantwortet werden können.

Wenn ich also heute gefragt werde: „Lässt du dich impfen?“, dann ist meine Antwort: „Ja, nach meinem aktuellen Wissensstand ist das ein sinnvoller Weg, wie ich Teil der Lösung sein kann.“

Ich erkenne an, dass es Informationen oder Überlegungen geben mag, die Geschwister – darunter solche, die ich persönlich sehr schätze! – zum Abwarten oder einer ablehnenden Reaktion veranlassen. Da die von uns gewählten und von Gott eingesetzten Volksvertreter (übrigens weltweit!) der Impfung aber einen großen Wert beimessen und ungeheure Anstrengungen in diesen zweiten Teil der Strategie fließen, denke ich, dass ich mich dieser Lösung nur mit wirklich guten Gründen entziehen sollte. Angst um mein kleines irdisches Leben wegen diffuser gesundheitlicher Bedenken würde meine sonstige Einladung zum ewigen Leben und mein Reden vom „Vertrauen in unseren großen Gott“ nicht glaubwürdiger erscheinen lassen. Den neuen Impfstoff erstmal von ein paar Millionen anderen ausprobieren lassen, um selber auf der sicheren Seite zu sein, könnte ich persönlich meinem alten Nachbarn auch nicht als Ausdruck meiner Liebe zu ihm erklären.

Aber, wie gesagt, man mag zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen kommen. „Die Hauptsache ist, dass die Hauptsache die Hauptsache bleibt.“ Und die definieren das Alte Testament, der Herr Jesus und die Apostel Paulus, Petrus und Johannes einstimmig als (auch für die Menschen um uns herum erkennbare!) Liebe zu Gott und zu unseren Mitmenschen.

 

1  Z.B. die Stellungnahme „Sollen Christen sich impfen lassen?“ (31.12.20) von Dr. Roger Liebi, Norbert Lieth, Volker Koch, Jörg Michelson, Paul Timblin und Johannes Vogel
oder Infovideos von Michael Kotsch (u.a. https://www.youtube.com/watch?v=fp8vTVqfnwM).

14 Antworten zu “„Und – lässt du dich impfen?“ – Ein Diskussionsbeitrag”

  1. Marcel Beyer sagt:

    Hallo Marco,

    danke für Deinen Beitrag. Die Stellungnahme von Eduard Freitag scheint mir ebenfalls sehr sachlich und informativ- auch durch den geschichtlichen Exkurs. Kurzum hilfreich.
    Eine Bemerkung zum Thema abwarten: Es wird ja aktuell immer deutlicher, dass selbst die euphorischsten Impfwilligen abwarten müssen, selbst wenn sie zur Gruppe mit oberer Prio gehören. Über die Gründe erspare ich mir einen Kommentar. Aber insofern wirken Deine Ausführungen beinahe schon sarkastisch. Zumindest für die, die dringend darauf warten.

    Herzliche Grüße,
    Marcel

    • Marco Vedder sagt:

      danke für deine Gedanken, Marcel. Ich habe nochmal meinen Text überflogen, wo er sarkastisch wirken könnte – denn das möchte ich nicht, besonders nicht für solche, die wollen, aber noch nicht dran sind. Hast du einen konkreten Verbesserungsvorschlag im Kopf?

  2. Beyer, Joachim sagt:

    Lieber Marco Vedder,

    ich bin prinzipiell kein Impfgegner und auch kein Verschwörungs-Theoretiker, aber höre dir doch mal in Bezug auf das Thema „Impfen“ die Ausführungen von Prof. Stefan Hockertz (Toxikologe, Pharmakologe u. Immuntoxikologe) an, die er in einem ca. 30-minütigen Interview gemacht hat.
    Man sollte kein Stimmung machen gegen die Impf-Skeptiker.
    „Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit“ – das sollte auch für das Impfen gelten.
    LG

    • Marco Vedder sagt:

      danke für den Hinweis, Joachim. Ich habe Prof. Hockertz im Vorfeld angehört, aber nicht nur ihn. Er hat mich nicht überzeugt.
      Dass man nicht zu meinem Schluss kommen muss, habe ich ja dreimal in meinem Beitrag gesagt. Ich habe versucht, meine Gründe FÜR die Impfung aufzuzeigen und setze mich dazu auch mit ein paar Argumenten von Impfgegnern auseinander. Das ist für mich nicht „Stimmung machen“ – wenn ich Stimmung GEGEN etwas mache, klinge ich anders. 🙂

  3. Jürgen sagt:

    Toller Diskussionsbeitrag – eines der besten Beiträge, die ich zum Thema Corona und Impfung gelesen habe. Für mich persönlich hat dieser Beitrag meine Entscheidung für die Impfung bestätigt. DANKE!

  4. Lieber Marco,
    vielen Dank für diesen guten Beitrag zur Impfdiskussion, der mir aus dem Herzen spricht, weil er sachlich ist und insbesondere nach christlichen Maßstäben wie „Nächstenliebe“ abwägt und gewichtet.

  5. Beate sagt:

    Lieber Marco,
    Ich bin sehr dankbar für diesen Bericht, der bestimmt mit viel Mühe und Zeit recherchiert wurde und mir etwas Klarheit gibt in „den Wirrnissen der Zeit“ So kann ich mich den wichtigeren Dingen widmen! Vielen Dank für die Mühe!
    Beate

  6. Jens Morgner sagt:

    Vielen Dank Marco für den Beitrag, darf er mit Angaben des Autors geteilt werden?

  7. Helmut Becker sagt:

    Geschätzte Geschwister, ich erstaune immer wieder, wie unsere Gemeinden und Gemeinschaften das Spiel unserer Regierung unter Frau Merkel mitmachen, das Christentum in Deutschland zu erdrosseln und letztlich auszulöschen. Habt Ihr auch nur einmal gehört, daß unsere Regierung die Christen gebeten oder dazu aufgerufen hat, zu Gott zu beten, damit dieser uns aus dieser Not erretten möge? Nein, immer nur impfen, impfen und nochmals impfen und immer neue Schulden in unvorstellbarer Höhe. Man hat sich ganz auf die Wissenschaft verlassen und nicht auf Gott. Gott spielt doch schon lange keine Rolle mehr in Deutschland.
    Und das Einsperren, Zusperren und Wegsperren. Unser Herr Jesus Christus suchte immer die Gemeinschaft mit den Menschen. Wir lassen uns sogar das Abendmahl nehmen. Ist das nicht schlimm?! Immer wird in unseren Kreisen mit Römer 13, 1-7 argumentiert. Aber Hebräer 10, 32 bis 11,40 wird nie erwähnt. Es wird Zeit, daß wir uns in unseren Gemeinden und Gemeinschaften endlich verfolgungsfest, leidensfest, vielleicht sogar ZK-fest machen. Denn es kommt der Tag, daß wir „die Regeln unseres Staates“ nicht mehr beachten können. Bis dahin gilt, Licht und Salz für unsere Mitmenschen zu sein und Traktate zu verteilen!

    • Marco Vedder sagt:

      Lieber Helmut, nach meiner Beobachtung wird das Christentum hier nicht erdrosselt – wir genießen in unserem Land Freiheiten, von denen unsere Geschwister in vielen anderen Ländern nur träumen können! Von einer weltlichen Regierung erwarte ich nicht, dass sie zum Gebet aufruft, daher bin ich auch nicht enttäuscht, wenn es nicht passiert. Das ist unser Job als Kinder Gottes – tun WIR das genug?
      Ich weiß nicht, was ihr in eurer Gemeinde tut – wir hier lassen uns das Abendmahl nicht nehmen, sondern feiern es in unterschiedlicher Form jeden Sonntag.
      Aber ich stimme dir zu: wir müssen verfolgungsfest werden. Wie machst du das, wie tragt ihr als Gemeinde dazu bei?

  8. Lieber Marco,

    vielen Dank für diesen aus meiner Sicht ausgewogenen Beitrag. Ich habe das Gefühl, dass wir Christen – und wir sind ja auch nur Menschen – uns zu sehr von unseren Ängsten beherrschen lassen, anstatt sie an Jesus abzugeben. Die Bibel sagt uns klar und deutlich, dass niemand seinen Plan ändern kann (Prd 3,14), dass er für die, die ihn lieben, ALLE Dinge zum besten dienen lassen wird und dass wir mit unseren Sorgen und Lasten zu ihm kommen sollen, weil er sich für uns sorgt und uns Ruhe geben will (1. Pt 5,7 + Mt 11,28). Ich persönlich kann nur zeugnishaft sagen, dass ich noch nie eine so große Ruhe verspürt habe, wie gerade jetzt, wo mir alles zu entgleiten scheint und die Dinge zu groß und zu unüberschaubar werden. Durch Gottes Gnade kann ich alles von Herzen an ihn abgeben und ich weiß, dass mir nichts ohne seinen Willen geschehen kann. Aber wenn das schlimmste passieren sollte, dann wird es trotzdem das beste für mich sein, weil er es zugelassen hat. Meine Hilflosigkeit treibt mich zu ihm und ich bin bereit, all diese Fragen an ihn abzugeben. Dabei sind mir Menschen wie z. B. Paul Gerhard mit seinen ermutigenden Liedern zum Vorbild geworden:
    „Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt der allertreusten Pflege des, der die Himmel lenkt…“ und „Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit
    an deines Gottes Gaben; schau an der schönen Gärten Zier
    und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben“.
    Wenn ein Mann, der im 30-jährigen Krieg so viel Leid durch Menschen im Namen Gottes (!) erfahren musste, ein solches Vertrauen in Gott hatte und es bei all der Not noch schaffte, sich über die wunderbare Schöpfung zu freuen anstatt sich über die Umstände zu beschweren, wer bin ich dann, dass ich es anders machen sollte?
    „Im Tal des Todesschattens fürchte ich kein Unglück, denn dein Stecken und Stab trösten mich … Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen meine Leben lang und ich werde bleiben im Hause des HERRN immer dar!“. Dazu kann ich nur aus ganzem Herzen Amen sagen!

    Ich wünsche mir so sehr, dass wir wieder mehr über unseren Erlöser sprechen und ihm Lob darbringen, anstatt unsere Blicke abschweifen zu lassen auf die Wellen des Alltags und mit Petrus in den Fluten zu versinken. Wohl dem, der noch rechtzeitig rufen kann: „Herr, rette mich“.

    Möge der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, unser aller Herzen und Sinn in Christus Jesus, unserem alleinigen Herrn und Erlöser, bewahren!

    • Marco Vedder sagt:

      Lieber Johannes, deine Worte sprechen von einer tiefen Gewissheit in einer notvollen Lebenslage. Ich bete, dass du daran festhältst und immer wieder den Trost und den Frieden erfährst, von denen du schreibst und die nur von Gott kommen können! Gott mit dir! Marco

  9. Binia Lippuner sagt:

    Ich habe den artikel von einem bruder erhalten un muss sagen es hat mich berührt dass wir bei der frage der impfung an unsere nächsten denken sollen und bin der meinung da haben wir eine grosse verantwortung gott gegenüber und anhand der guten erklärung finde auch ich ein ja zur impfung vielen dank

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