Was jetzt (nicht) unser Auftrag ist – als Christen in Corona-Zeiten

MAN MUSS GOTT MEHR GEHORCHEN ALS DEN MENSCHEN!!“ (Apg. 5,29)

Virtuell schreit mein Freund mir diesen Satz entgegen. „Wer jetzt die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt hat, der will sie nicht sehen! Diese Zeiten fordern uns zum Handeln auf!“ „Amen!“ möchte ich sagen – lass uns losgehen, ein paar Freunden das Evangelium bringen, solange noch Tag ist! Aber das meint er nicht. Ich soll mir Youtube-Videos anschauen. Das meint er. Videos über Bill Gates und Impfungen. Predigten über den Auftrag der Christen, den Staat auf die Sicherung der demokratischen Grundrechte zu verpflichten.

Man muss Gott mehr gehorchen…“ – eine wichtige Wahrheit: Unser Gewissen ist gebunden an Gottes Wort. Aber was ist der Zusammenhang, in dem dieser Satz des Apostels Petrus dieser Tage meist kursiert? Gesundheitspolitische Maßnahmen, die unsere bürgerlichen Freiheiten zum Teil empfindlich einschränken, werden als unzulässig verstanden – vor allem da, wo sie auch unser Gemeindeleben betreffen. Der Grund für diese Deutung ist meist, dass man die Einschätzung bezüglich der Gefährlichkeit von Covid-19 nicht teilt oder dass man andere Maßnahmen, die geringere wirtschaftliche und gesellschaftliche Konsequenzen hätten, bevorzugen würde. Deshalb wird von den Kanzeln und in den Youtube-Kanälen zu Wachsamkeit bis Widerstand aufgerufen, es wird gerichtlich geklagt gegen Gottesdienstverbote, High-Noon-Stimmung, rote Linien werden in den Sand der Livestream-Gottesdienste gezogen.

Ich frage mich: Ist das unser Auftrag? Wollen wir wirklich „den Bekenntnisfall ausrufen“ über zeitlich begrenzte Virenschutzmaßnahmen, die alle Bevölkerungsgruppen in gleichem Maße treffen, keine ideologische Stoßrichtung haben und schon im Rückgang begriffen sind?

Verfolgungs- oder eher Evangeliumszeit?

Man bekommt hier und da den Eindruck: Die europäischen Christen wissen mehrheitlich nicht mehr, was Verfolgung heißt, und manche konstruieren sich jetzt eine überhöhte heilsgeschichtliche Bedeutung, indem sie eine allgemeine Krise (nicht für Christen im Besonderen!) in den Kontext historischer Christenverfolgung stellen. Aber das ist eine leichtfertige Überhöhung der Situation. Der oben zitierte Präzedenzfall für Ungehorsam gegen den Staat ist nämlich die Weigerung der Apostel, sich die Verkündigung des Evangeliums vom auferstandenen Christus verbieten zu lassen – der Kernbotschaft des christlichen Glaubens. Ich kann mich nicht entsinnen, in diesen Tagen an dem Zeugnis über die Hoffnung, die ich habe, gehindert worden zu sein. An vielen Orten fand die Kampagne für das Buch von John Lennox zu Corona überaus großen Anklang, in vielen Städten Deutschlands, Österreichs und weltweit gab es evangelistische Aufbrüche, und viele von uns haben erlebt, wie Kollegen und Freunde plötzlich offen waren für Gespräche über Gott. Wunderbar!

Pandemien waren schon immer Zeiten, in denen Gottes Wort Raum gewinnen konnte – weil die Christen darin Gelegenheiten zum aufopfernden Dienst sehen konnten, nicht zur Rebellion gegen den Staat.

Ich kenne Geschwister in Indien, die als einzige in den Siedlungen der gestrandeten Wanderarbeiter und den Lepra-Kolonien die nötigsten Lebensmittel verteilen – dort, wo nun auch noch Corona wütet und wo kein Regierungsbeamter mehr hingeht. Was für ein Zeugnis – wie gut, dass sie keine Youtube-Aufklärungs-Kanäle betreuen müssen, sondern Zeit haben für ihren Dienst! Liebe Geschwister mit den Corona-Hintergrund-Botschaften, darf ich euch fragen: Es ist Evangeliumszeit, ein wenig, seit langem einmal wieder – woher nehmt Ihr nur die Zeit und den Auftrag, jetzt die Christen mit dritt- und viertrangigen Themen zu beschäftigen?

Fast wie zur NS-Zeit?

Manche hiesige Prediger und Social-Media-Verkündiger ziehen derzeit wenig subtile Parallelen zwischen NS-Staat und aktueller Lage – meist (nicht immer!) mit der Bemerkung, dass man noch nicht dort sei, aber sehen könne, wohin es führe, wenn die Christen dem Staat zu sehr hörig seien. Das stimmt. Das Risiko, schleichend in eine solche Situation zu geraten, ist heute mindestens so groß wie damals. Denn wir sind ja keine besseren Menschen, keine mutigeren Christen. In diesem Sinne kann man die Corona-Situation als Weckruf verstehen: Vielleicht waren in diesem Fall die ergriffenen Maßnahmen vernünftig (ich kann das nicht beurteilen) – aber es bleibt der heilsame Schreck:

Die Freiheiten und Rechte, auf denen wir mit unserem bequemen, wenig anstößigen und weitgehend gesellschaftskompatiblen Gemeindeleben ruhen, sind weit weniger sicher, als wir dachten. Das ist keine schlechte Erkenntnis, vielleicht zur rechten Zeit. Dennoch muss man mit aller Deutlichkeit festhalten: Die aktuelle Corona-Situation hat nichts mit den Eingriffen des NS-Staates in kirchliche Lehre und Praxis zu tun.

Niemand schwört uns auf einen antigöttlichen „Führer“ ein, niemand zwingt uns zu rassistischen Gemeindesatzungen oder bedroht unser Leben, wenn wir Jesus als unseren Herrn bekennen. Wollen wir wirklich unsere im Netz und in der realen Welt jederzeit möglichen Vorträge über jede noch so abwegige These mit einer Predigt von Wilhelm Busch oder Paul Schneider in der NS-Zeit vergleichen? Predigten, die diese Männer die Freiheit und manchen das Leben kosteten? Ich kann beim besten Willen keine Parallele erkennen. Wenn ein Wilhelm Busch, ein Dietrich Bonhoeffer oder Paul Schneider das eigene Leben riskiert oder drangibt, um einem wahnwitzigen Führerstaat entgegenzuhalten: „Ich muss Gott mehr gehorchen…“, dann ist es wirklich keine gute Idee, die aktuelle Situation damit in Verbindung zu bringen. Solche großen Gesten und fundamentalen Haltungen nutzen sich ab, wenn sie auf vergleichsweise nichtige Anlässe verschwendet werden.

Rechte erstreiten?

Petrus und die anderen Apostel führen keinen Rechtsstreit um ihr Recht auf Meinungsäußerung – sie tun, was sie tun, tragen die Konsequenzen und erleben Wunderbares. Petrus hat nichts Unrechtes getan, daher gebraucht er selbstverständlich die ihm gebotene Gelegenheit, das Gefängnis zu verlassen. Warum auch nicht? Er flieht ja nicht ins Ausland, sondern zurück auf die Straße. Am Ende bezahlt er mit dem Leben für seine Verkündigung. Sein Kampf war nicht der um sein Recht und seine Freiheit, sein Kampf war der um die Seelen seiner Mitmenschen. Dafür ging er auf die Straße, ins Gefängnis, aus dem Gefängnis, in den Tod. Ich bete, dass ich in solchen Zeiten (sollte ich sie erleben) solche Prioritäten setzen kann wie Petrus. Paulus ist vor Gericht in mehrere Prozesse verwickelt – weil er vor Gericht gezerrt wurde. Dort allerdings diskutiert er nicht Staatstheorie und Freiheitsrechte, sondern verkündigt das Evangelium und bezeugt seine Verpflichtung auf den Herrn Jesus Christus. Das ist zugegebenermaßen eminent politisch in einer Welt, die auf den Kaiser verpflichtet ist – und da findet sich in der Tat eine Parallele zu Wilhelm Busch und den Helden der Bekennenden Kirche, man höre sich z.B. Buschs Vorträge über seine „Begegnungen mit der Geheimen Staatspolizei an“. Aber da stehen wir in Deutschland heute nicht – verhöhnen wir nicht mit leichtfertigen Vergleichen die Geschwister, die wegen ihres Glaubens in Gefängnisse geworfen wurden und werden!

Verschwörer identifizieren?

Auch kann ich weder bei Paulus noch bei Petrus oder gar unserem Herrn die Kolportage von spekulativen Theorien über Reiche und Mächtige finden. Warum erfahren wir in den Evangelien nicht mehr über die „Verstrickung des sadduzäischen Priestertums mit römischen Machtstrukturen“? Warum klärt Paulus uns nicht auf der Grundlage „nicht näher genannter Quellen unter den Asiarchen“ über Netzwerke in der Götzenproduktion Kleinasiens auf? Anders herum gefragt: Müssen Prediger in einer Gottesdienstpredigt über Bill Gates sprechen, höchst umstrittene Unterstellungen inklusive? Man könnte wirklich meinen, einige Christen hätten in der Pandemie den Ausnahmezustand und im Netz den rechtsfreien Raum gefunden, die sie von der Verpflichtung auf die Wahrheit entbinden. Aber das ist fatal: Nur weil jemand reich und mächtig ist, dürfen Christen nicht öffentlich über ihn sagen, was nicht erwiesen ist. Nur weil es ihre Theorie zu stützen scheint, dürfen Christen nicht ungeprüft Behauptungen übernehmen.

Hier steht unendlich viel auf dem Spiel – es gilt der Maßstab, der immer gilt: „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten“ (5.Mo. 5,20).

Verunsicherung verbreiten?

Glücklicherweise ist es auch nicht die Art des Neuen Testaments, spekulatives Geraune zu verbreiten. Man zähle die Fragezeichen mancher Predigt dieser Tage: „Was ist, wenn wir in ein paar Monaten immer noch nicht Gottesdienst feiern dürfen? Was ist, wenn die Impfpflicht kommt? Was ist, wenn …“ – das ist der Stil des Populismus: Nichts behaupten, sondern fragen und verunsichern – eine düstere Zukunft, wabernd im Nebel des Konjunktivs! Was ist, wenn die Zukunft schwieriger wird als die Gegenwart? Ja, das ist nicht ganz ausgeschlossen, wenn man in die Bibel hineinschaut … Nun, dann werden wir uns hoffentlich in den Jahren davor nicht nur mit Angst schürenden Zukunftsvisionen beschäftigt haben, sondern mit Dingen, die „das Herz durch Gnade befestigen“. Worin bei mancher aktuellen Corona-Predigt der Mehrwert für Christen in Krisenzeiten liegen soll, ist schwer zu erkennen. Im Gegenteil: „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Liest man etwa von Dornen eine Traube oder von Disteln Feigen?“ (Mt. 7,16). Ich sehe, was die Frucht dieser Predigten bei manchen Geschwistern ist: Zunehmende Angst, grassierende Verunsicherung, beständiges Kreisen um tagesaktuelle Politik, spalterischer Eifer, wachsender Hass. Tragisch: Wäre der missionarische Eifer mancher Geschwister in diesen Tagen statt auf Corona-Aufklärung auf den Herrn und das Evangelium gerichtet – was könnte der Herr durch sie alles tun!

Weise Vorbereitung auf schwierige Zeiten

Natürlich ist es eine berechtigte Frage: Wie bereitet man sich als Gemeinde vor auf Zeiten, in denen der Glaube vom Staat angegriffen wird? Eine wichtige Maßnahme ist: Nicht zu oft falschen Alarm ausgeben. Was hat die Christenheit schon gelitten durch falsche Endzeitprophetien – welche Hysterien wurden schon durch „Zeitungsexegeten“ ausgelöst! Ich meine damit nicht, dass Christen keinen wachen Blick auf die Zeichen der Zeit haben sollten. Jesus tadelt seine Zeitgenossen für ihre Unfähigkeit, diese Zeichen zu erkennen. Allerdings will er nicht zu politischer Rebellion aufrufen, sondern zu Buße und Glauben – und zu weisem Umgang mit der begrenzten Zeit:

„Wir müssen die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann“ (Joh. 9,4).

„Heute im Kleinen treu sein“, das war sinngemäß der Rat von Pastor Wilhelm Busch auf die Frage, wie man sich vorbereitet auf Zeiten der Entscheidung. Wir sollten Freiheiten treu nutzen, solange sie da sind, statt ihren möglichen Verlust in der Zukunft wortreich zu beklagen! Es geht weit mehr „Evangeliumszeit“ verloren durch Faulheit und Weltlichkeit, Social Media und Streamingdienste als durch Verfolgung. Lasst uns die Hoffnung treu bezeugen, so oft jemand danach fragt! Immer noch sehr beeindruckend ist für uns westliche Christen die Reaktion der chinesischen Geschwister auf Maos Kulturrevolution – ganz nach dem nüchtern-realistischen Leitvers, „Kauft die gelegene Zeit aus, denn die Tage sind böse“ (Eph. 5,16): Angesichts der rasant sich schließenden Türen für das Evangelium starteten sie einen Evangelisationsfeldzug unter Aufbietung aller Kräfte.

Unser Auftrag: Licht und Salz sein

Was ist nun mein Auftrag in der Zeit der Krise? „Ihr seid das Salz der Erde. […] Ihr seid das Licht der Welt“ (Mt. 5,13;14). Was ist die Wirkung von Salz? Es macht durstig! Salz sein – das meint ein Leben, das Fragen erzeugt, das Sehnsucht weckt – nach der Hoffnung in uns. Was ist die Wirkung von Licht? Es macht sichtbar. Nicht die „wahren“ Hintergründe dieser oder jener gesellschaftlichen Entwicklung (als ob wir die herausfinden würden!) – das sind alles nur Nebelschwaden und Schattierungen von Dunkelheit. Dieses Licht zeigt die eigentliche, die letzte Wirklichkeit. DIE Wahrheit: Jesus Christus (Joh. 14,6). Das ist mein Gebet: Dass in dieser Zeit eine Hoffnung an mir sichtbar wird, die nicht von dieser Welt ist – und dass, wer mir zuhört, etwas erfährt von dem, der die Wahrheit ist. Wie sieht man an mir, dass Hoffnung und Wahrheit in meinem Leben Einzug gehalten haben? Sicher nicht, indem ich Botschaften voller Hoffnungslosigkeit, Verunsicherung und potentieller Unwahrheit verbreite! „So soll euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater, der in den Himmeln ist, verherrlichen.“ (Mt. 5,16). Also haben meine indischen Freunde doch den besseren Weg gewählt, oder?

Geschwister, wir sind doch die mit der Hoffnung!

Wir sind die mit dem Frieden! Wir sind die mit der Wahrheit! Ich frage meinen Freund: Wollen wir wirklich in der Ewigkeit einmal Rechenschaft über unsere Zeit ablegen und dann sagen: „Ich bin der, der die Corona-Verschwörung fast aufgedeckt hätte“ – „Ich bin der, der den Menschen die Augen geöffnet hat über Bill Gates und die Zwangs-Impfung“? Ich weiß nicht, was ich über diese Themen denken soll, jedenfalls nicht sicher genug, um mich öffentlich dazu zu äußern.

Aber eins weiß ich: Ich habe Wichtigeres zu tun, Größeres zu verkünden, meine Bestimmung ist eine höhere als das.

Und deine auch, oder?

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27 Antworten zu “Was jetzt (nicht) unser Auftrag ist – als Christen in Corona-Zeiten”

  1. Iska Nawra sagt:

    Vielen Dank lieber Bruder Matthias Swart, für die Aufarbeitung dieses Themas, das uns die letzten Wochen, ja schon Monate, so umtreibt. Lasst uns unsere Häupter zum Herrn erheben und für die Politiker beten und natürlich für alle Geschwister und Menschen, die den Herrn noch nicht kennen!

  2. Bernd Weigand sagt:

    Stimme Kommentator I.Nawra voll zu! Seit Monaten ist mein Gebet, der HERR möge mir Gnade schenken die Zeit recht ein zu teilen, um meine evangelistischen Kontakte zu pflegen, die ER geschenkt hat. Abgesehen davon hat für mich gegenüber meinen Glaubensgeschwistern die Aufforderung noch mehr Gewicht bekommen: „Dienet einander mit der Gabe, die euch gegeben ist“. Wo ist da noch Zeit für Verschwörungstheorien? (natürlich muss ich den Mainstream Medien nicht alles glauben.
    Dafür meinem Herrn, der gesagt hat: „Mein Wort ist Geist und Leben – Joh. 6“!)

  3. Hans sagt:

    Vielen Dank für den Beitrag.
    So denke ich auch, es gibt keine Verfolgung für uns. Mir persönlich ist sehr wichtig geworden, in dieser Zeit vermehrt das Wort Gottes unter die Leute zu bringen. Da bleibt keine Zeit für irgendwelche Spekulationen!
    Prediger 11, 1-7

  4. tob sagt:

    Vielen Dank für den Artikel!! Einen der besten, die ich zum Thema gelesen habe – es gibt ja in diesen Zeiten (leider) auch in christlichen Kreisen viel Geraune ; )

  5. Bibelleser sagt:

    Lieber Bruder Swart,

    ich bin Ihnen sehr dankbar für diesen hervorragenden Artikel. Sie haben die Gedanken, die mich seit Wochen bewegen, wunderbar auf den Punkt gebracht, und das mit einer sprachlichen Brillanz, die ihresgleichen sucht.

    In meinem Umfeld gibt es leider auch „Geschwister“, die ungeniert Verschwörungstheorien verbreiten, die unseren Staat als totalitär bezeichnen und mir aufdringlich die Hand geben wollen, um zu zeigen, wie sehr sie das Virus verharmlosen. Nun könnte man meinen, dass diese Corona-Verharmloser hauptsächlich zu den weniger Gebildeten zählen, doch inzwischen musste ich leider feststellen, dass auch so mancher angesehene Prediger mit deutschlandweitem Bekanntheitsgrad zum Wutbürger mutiert ist und mit Behauptungen um sich wirft, die reichlich Anlass zum Fremdschämen bieten. Beispielsweise bezeichnet einer unsere Regierung als Politkasper und Verbrecherbande. Ein anderer meint, durch die Kontaktverbote zum Schutz alter Menschen setze sich der angeblich totalitäre Staat an die Stelle Gottes, da die Corona-Toten ihr biblisches Alter bereits überschritten haben und der Staat nicht in den normalen Sterbeprozess eingreifen dürfe. Ein anderer Prediger lässt die Öffentlichkeit daran teilhaben, wie er sich auf juristischem Wege mit dem Staat anlegt, und ist sich auch nicht zu schade, auf seiner Homepage Links mit pseudowissenschaftlichen Artikeln, die teilweise aus rechtsradikalen Quellen stammen, zu platzieren. Und auch ein ansonsten bibeltreuer Missionsleiter hat mich durch sein neuestes Editorial enttäuscht, indem er die Verfolgung der biblischen Urgemeinde mit den heutigen coronabedingten Einschränkungen vergleicht und indirekt zum Widerstand gegen den Staat aufruft.

    Das alles wirkt wie ein Kontrastprogramm zu dem, was Paulus in Gal 5,22 schreibt: „Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit.“ Auch der Herr Jesus hat uns aufgerufen, von ihm Sanftmut und Demut zu lernen (Mt 11,29). Möge der Geist Gottes an jenen Verantwortungsträgern arbeiten, die sich in letzter Zeit nicht gerade durch die genannten Geistesfrüchte hervorgetan haben, denen es offenbar an Weisheit mangelt, und die sich teilweise ziemlich im Ton vergriffen haben. Und möge Ihr Artikel von vielen gelesen und geteilt werden. Der Herr segne Sie!

  6. Freckmann sagt:

    Sehr lange, aber auch sehr gut, obwohl…. haben es sich die Christen, mit der Ausbreitung des Evangeliums, nicht auch zu – oberflächlich-leicht gemacht, während doch in der Tiefe unseres angeblichen Zusammenhaltens in Christus, auch schon die schwächenden und spaltenden Kräfte am Werke sind? Und Corona nimmt jetzt nur eine Decke weg? 🤔

  7. Rogait, Bärbel sagt:

    Sehr gut auf den Punkt gebracht und eine Ermutigung in diesen turbulenten Zeiten den Blick auf das Evangelium zu bewahren

  8. FrankS sagt:

    Sehr guter Artikel.

    Ich wurde durch einen Freund drauf aufmerksam gemacht. Ähnliches versuche ich schon seit Monaten in meinem Umfeld zu vermitteln.

    Grüße aus dem Norden
    Frank

  9. Zinke sagt:

    Ja unser Auftrag sollte sein Hoffnung zu verbreiten und zu verunsichern und zu spalten.

  10. Ich hätte gerne den Newsletter! Vielen Dank.

  11. Erwin Siefkes sagt:

    Danke für den Artikel

  12. Gott sei Dank gibt es auch noch vernünftige Stimmen in dieser überdrehten Zeit!
    Vielen Dank!

  13. Das Problem Ihres Beitrages liegt darin, dass sie einseitig jene als richtig klassifizieren, die nicht im Internet aktiv sind, während Sozial Medien Nutzer die Schlechten sind. Das widerspricht meiner Erfahrung. Ansonsten stimmte ich ja damit überein und viele meiner Kontakte im Internet würden es auch tun, ebenso, wie viele derer die ich kenne und die ausgesprochene Computermuffel sind, Ihrem Artikel nichts abgewinnen können, weil sie genau diese falschen Thesen verbreiten, die Sie anprangern. Das ist schade, so kann man diesen nicht weiterempfehlen und zur Diskussion stellen. Überlegen Sie es sich noch einmal und schreiben Sie den Text um!

  14. Lilli Ulmer sagt:

    Lieber Matthias , liebe Mitchristen !
    manchmal kommt die Zeit,dass es unsere Aufgabe als Christen ist ,nicht nur zu predigen sondern unseren Glauben zu leben.
    Was bedeutet es im Lichte zu wandern ?
    Hocken am Fernseher , glauben den ganzen Halbwahrheiten , die verbreitet werden , der ganzen Meinungsmache, und der ganzen Deformierung und Deskreditierung der Wahrheit. Bedeutet es im Lichte zu wandern, uns davon beeinflussen zu lassen??? Und unsere Mitchristen , die für die Menschen und unsere Freiheitsrechte aufstehen zu kritisieren ???
    Oder merken wir nicht, oder bekommen wir kein Wind davon , was mit der ganzen Bevölkerung in der ganzen Welt gemacht wird in Namen der Corona ?
    Wie unterdrückt , wie misshandelt, in die Armut getrieben werden sie .
    Und dabei haben wir , Europäer , noch etwas Raum und Möglichkeiten dagegen zu kämpfen … Bibel fordert uns aufstehen , unsere Stimmen erheben gegen den Unrecht: Sprüche 31:8.9
    Jesaja 1.17 .
    Jesus …
    Natürlich braucht jeder in der ersten Linie Jesus , aber Er selbst nicht von Theologischen Forderungen angefangen hat , sondern Sein Liebevolles Gesicht den Menschen zeigte . Er half. Er heilte .
    Jesus ist keine Ikone .
    Er lebt , Er kämpft , Er leidet . Und am Tage des Gerichts fragt Er uns , was wir für den Elenden getan haben . ( Das hätten wir Ihm getan . )
    Auch neben uns leiden die Menschen .
    Durch die unangebrachte Angst . Die ruinieren ihre Abwehrkräfte durch die Maske , und lassen ihr Wut auf ihren Mitmenschen fallen .
    Und die Kinder , die kleine und größere Kinder haben Angst , obwohl seit Monaten klar ist , das sie weder die anderen gefähr den , noch sich selbst .
    Auch ihnen wird das freie Atmen verwehrt .
    Bibel ist der Wegweiser , den Weg aber müssen wir gehen .
    Ja , und für die , die noch unsicher , verlegen , verzweifelt sind :Die Christen sollten nicht in der Sackgasse sich fühlen .
    Der Himmel ist immer da , der Gott ist mit uns , wir können zu ihm sagen :“Du hast die Übersicht , und Du bist der König . Und Du weißt , wer da Recht hat , wer nicht .Stärke Die , die auf deiner Seite kämpfen .
    Denn dein ist das Reich … Dir gehört , eigentlich , alles .
    Leider haben die Menschen so viel Platz deinem Feind eingeräumt – durch ihren Egoismus , Selbstgefälligkeit , Rebellion . “
    Derjenige , der der Sklave des Herrn ist , ist frei . Tief innerlich frei .
    Er braucht nicht die Bestätigung der anderen, und er muss nicht die anderen richten , weil er vor dem Angesicht Gottes wandert . Wir , Christen … Sollen wir uns öffentlich dafür bekannt machen , wie wir einander kritisieren , wie wir einander unterstellen nicht in Sinne der Christlichen Konformität zu handeln ???

  15. Robert Huber sagt:

    Danke für diesen guten, aber etwas einseitigen Artikel.
    Jesus hat sich für die Schwachen, zu denen ich besonders Kinder und alte Menschen zähle, eingesesetzt und auch der politischen Führung den Spiegel vorgehalten. Für eine Mehrheit war er ein unbequemer Zeitgenosse. Paulus wies als Bürger zu Rom auf seine Rechte hin. Mit Erfolg. Nicht nur Neonazis protestieren gegen die nach heutigen Erkenntnissen gegen die zum Teil sinnlosen Massnahmen der Behörden. Fachleute wie Bodo Schiffmann, oder Sucharit Bhakdi werden Mundtot gemacht. Als Christen müssen und dürfen wir dazu nicht schweigen. Ich bin aber einverstanden, die Nettikette nicht zu verletzen. Meine seit längerer Zeit gesundheitlich angeschlagene Mutter erlag nach kurzem Leiden im Spital dem Virus. Ich durfte sie täglich m Spital besuchen und pflegen. Das Pflegepersonal war ausgesprochen lieb zu uns Beiden. Gott hat diese Zeit gebraucht, das Herz meiner Mutter zu öffnen für seine wunderbare Botschaft sines Sohnes Jesus Christus. Grosses Leid und grosse Freude waren so nah zusammen. Mittlerweile darf ich auch im örtlichen Altenheim nach langer Pause wieder regelmässig Andacht halten. Die Heimbewohner wirken auf mich zum Teil ängstlich und verunsichert. Manchmal auch hilflos. Aber dadurch sind sie sehr empfänglich für die gute Botschaft. Niemand kann das Reich Gottes aufhalten. Auch kein Virus. Wir haben einen klaren Auftrag und dürfen keine Zeit verschwenden.Trotzdem dürfen wir nicht tatenlos zuschauen, wie die Welt ins Messer läuft. Ich möchte als Christ kein Auwiegler, aber auch kein Feigling sein. Für diese heikle Aufgabe vertraue ich ganz auf Gottes Hilfe.

  16. Danke für den sehr differenzierten Beitrag.

  17. Karina Penner sagt:

    Ich bin sehr dankbar für diesen Artikel!

  18. Melinda sagt:

    Also ich empfinde diesen Artikel sehr einseitig und teilweise verachtend gegenüber Menschengruppen die sich über den Tellerrand hinaus mit dem Thema beschäftigten.

  19. hmk sagt:

    Ja, ich kenne auch diese, mir von Geschwistern empfohlenen Predigten, wo ich zur Einschätzung kam das war politische Agitation und keine Predigt und die sind falsch.
    Viele andere Gedanken von Ihnen kann ich auch unterschreiben, vielen Dank.
    Das diese Maßnahmen keine ideologische Stoßrichtung haben und schon im Rückgang begriffen sind, würde ich mindestens bezweifeln.
    Das Sie aber keine Parallelen zu der Vorbereitungszeit der NS Herrschaft erkennen können halte ich für bedenklich. Das war leider die Haltung von vielen Christin in dieser Zeit auch.
    Ja unser Auftrag ist freudig die Gute Botschaft zu verkündigen und gerade in dieser Zeit auf Gott hinweise der alles in der Hand hält, aber wir sollen auch bereit sein, Missstände in einer anständigen und nicht spekulativen Art anzusprechen und da gibt es sehr bedenkliche Entwicklungen. Richtig ist aber auch, dass wir uns des Urteils Christi betreffs übler Nachrede immer bewusst sein müssen. Dies sollte man tun und jenes nicht lassen.

  20. Karl Heinz sagt:

    „Prüft also, was dem Herrn wohlgefällig ist, und habt keine Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis, deckt sie vielmehr auf; denn was heimlich von ihnen getan wird, ist schändlich auch nur zu sagen. Das alles aber wird offenbar, wenn es vom Licht aufgedeckt wird; denn alles, was offenbar wird, das ist Licht. Darum heißt es: Wache auf, der du schläfst, und stehe auf aus den Toten, so wird Christus dich erleuchten! Seht nun darauf, wie ihr mit Sorgfalt wandelt, nicht als Unweise, sondern als Weise; und kauft die Zeit aus, denn die Tage sind böse. Darum seid nicht unverständig, sondern seid verständig, was der Wille des Herrn ist!“
    ‭‭Epheser‬ ‭5:10-17‬ ‭SCH2000‬‬

    Wer glaubt gehorcht und ist Licht. Jesus selbst zerstörte die Werke Satans. Aber den meisten Christen ist die Wahrheit zu hart.

    „Denn es wird eine Zeit kommen, da werden sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern sich selbst nach ihren eigenen Lüsten Lehrer beschaffen, weil sie empfindliche Ohren haben; und sie werden ihre Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Legenden zuwenden. Du aber bleibe nüchtern in allen Dingen, erdulde die Widrigkeiten, tue das Werk eines Evangelisten, richte deinen Dienst völlig aus! Denn ich werde schon geopfert, und die Zeit meines Aufbruchs ist nahe. Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt. Von nun an liegt für mich die Krone der Gerechtigkeit bereit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag zuerkennen wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung lieb gewonnen haben.“
    ‭‭2. Timotheus‬ ‭4:3-8‬ ‭

    Die Endzeitgemeinde schläft und lässt sich verführen. Sie sind blind für die Pläne des Feindes.

    „Euch aber sage ich, und den Übrigen in Thyatira, all denen, die diese Lehre nicht haben und die nicht die Tiefen des Satans erkannt haben, wie sie sagen: Ich will keine weitere Last auf euch legen; doch was ihr habt, das haltet fest, bis ich komme!“
    ‭‭Offenbarung‬ ‭2:24-25‬ ‭SCH2000

  21. Vera sagt:

    Vielen Dank für diesen Mutmachenden Artikel.
    Unser Auftrag ist die evangelisation.
    Wir sollen Menschen zu Gott rufen.
    Wir sollen keine Angst vor der Zukunft haben, denn wir sind Kinder des Höchsten!!!
    Kaufet die Zeit aus.

  22. Rimma Fast sagt:

    Wie unterscheidet ihr das Gute von Bösen? Ich brauche immer Informationen je mehr desto besser kann ich mir ein Bild machen was loss ist. Dann wird diese Info durch Wort Gottes durchgesibt, dann höre ich und versuche zu erkennen was will Gott von mir in der Situation. Ohne Emotionen höre auf mein Herz und handle. Das ist mein Leben mit Jesus jeden Tag. L. G.

  23. Sehr ermutigend, wohl formuliert. Danke!

  24. Alexander sagt:

    In meiner Gemeinde gehöre ich inzwischen zu einer Minderheit, weil ich genau Ihren Standpunkt vertrete. Weil ich diesen nicht nur für mich behalte, sondern immer wieder laut darüber spreche, warne, ermahne und auch die Auseinandersetzung mit unserer Gemeindeleitung nicht scheue, erfahre ich mittlerweile Zurücksetzung, nicht ernst genommen werden, Verweigerung von Kommunikation und Ablehnung.
    Ich gehöre auch zu den wenigen dort, die es mit den Hygiene-Regeln genauer nehmen (auch, weil ich selbst zu einer Risikogruppe gehöre) – und musste deswegen schon erleben, dass jüngere ostdeutsche Christen mich belächelten.
    Bisher habe ich in unserer Gemeinde immer sehr engagiert gleich in mehreren Bereichen mitgearbeitet. Ich möchte auch weiterhin Gott mit meinen Gaben und Fähigkeiten dienen, doch jetzt frage ich mich, wem ich eigentlich diene. Mein Eindruck ist mittlerweile: Christen, die in der Landeskirche keine geistige Heimat mehr finden, werden mit bibeltreuen Predigten gelockt, um dann in einer Art „christlichen“ rechtsgerichteten APO zu landen.
    Wie war damals der Zustand des Volkes Gottes, als der Sohn Gottes in die Welt kam? Wie wird der Zustand der Gemeinde sein, wenn Jesus wiederkommt? Ich glaube, das wird schon bald, schon sehr bald sein.

  25. Jochen Unterloehner sagt:

    Sehr guter Artikel: Durchdacht und biblisch fundiert ! Ich glaube, wir müssen weniger den Antichristen oder den Staat als unseren (gegenwärtigen) Gegner begreifen, sondern vielmehr in aller Nüchternheit gewappnet sein für die Verführung, die aus dem „christlichen“ Raum auf uns eindringt ( siehe Matth. 24,5).

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