Mittler zwischen Jugend und Ältesten: Die Funktion des Jugendmitarbeiters

Denn einer ist Gott, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus. (1. Timotheus 2,5)

Die Beziehung zwischen Gott und uns Menschen wurde zerstört durch mangelndes Vertrauen in Gottes gute Gebote. Wie ein tiefer Graben trennte uns die Sünde von unserem Schöpfer. Deshalb brauchte es einen Mittler, der Gott und Menschen wieder miteinander vereinigt.

Manchmal besteht auch zwischen den Generationen einer Gemeinde ein Graben.

Nein, dieser Graben ist nicht so tief wie der Graben der Sünde. Aber dieser Graben trennt auch – zwischen Jung und Alt. Häufig besteht dieser Graben darin, dass sich die Generationen nicht verstehen. Obwohl alle das Anliegen haben, Gott zu dienen, bestehen unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie das gemeinsam aussehen kann. Die Jüngeren fragen sich, warum an Formen festgehalten wird, die nicht mehr in die Zeit zu passen scheinen. Die Älteren fragen sich, warum Dinge verändert werden sollen, die sich bewährt haben. Das Vertrauen zueinander ist gestört.

Bei solchen Problemen ist es gut, wenn es Vermittler gibt, die den Generationen über den trennenden Graben helfen.

Als Jugendmitarbeiter eignest du dich besonders als Mittler, weil du die Anliegen beider Generationen verstehen kannst. Ich weiß: Jugendarbeit an sich ist bereits eine herausfordernde Sache, die viele Mitarbeiter nebenberuflich und neben anderen Aufgaben in der Gemeinde machen. Aber im Miteinander von Jung und Alt in der Gemeinde liegt ein großes Potential. Deswegen wäre es großartig, wenn sich viele Mitarbeiter ihrer Mittlerrolle bewusstwerden und für die Einheit eintreten. Doch wie geht das?

Im Gespräch mit der jüngeren Generation

Warum machen wir das so? Weshalb singen wir diese alten Lieder mit Begriffen, die wir im Wörterbuch nachschlagen müssen? Es ist gut, wenn du als Jugendmitarbeiter vermittelst, wie manche Abläufe entstanden, und warum sie den Geschwistern wichtig sind. Beim Abendmahl kannst du zum Beispiel erklären, was die biblischen Wurzeln sind und warum in eurer Gemeinde bestimmte Formen gewählt worden sind, auch wenn davon nichts in der Bibel steht.

Im Gespräch mit der älteren Generation

Warum sollen wir das ändern? Für viele ältere Geschwister ist es schwer zu verstehen, warum Veränderungen an gewohnten und bewährten Formen vorgenommen werden sollen. Manchmal schwingt die Angst mit, dass dadurch nicht nur die Form, sondern auch der Inhalt verändert wird. Der Jugendmitarbeiter kann hier für Verständnis werben, warum Veränderung für die jüngere Generation wichtig ist.

Im Gespräch mit den Verantwortlichen

Verantwortlich für das Miteinander der Generationen sind die Ältesten, die Hirten der Gemeinde, die sowohl die jungen als auch die alten Schafe im Blick haben sollen. Als Jugendmitarbeiter kannst du sie in dieser Aufgabe unterstützen.

Ladet die Ältesten doch zum Beispiel mal in eure Jugendgruppe ein und empfangt sie mit einem leckeren Essen. Im Vorfeld sammelt ihr Fragen der Jugendlichen zur Gemeinde und stellt diese den Ältesten. So können Jugendliche ihre Fragen loswerden und die Ältesten ganz ungezwungen erklären.

Oder regt doch an, dass es regelmäßige Treffen zwischen einem Ältesten und den Jugendmitarbeitern gibt. Neben den Entwicklungen der Jugendarbeit könnt ihr euch auch darüber austauschen, wie die Integration der Jugend in die Gemeinde gelingt.

Nehmen wir uns ein Beispiel an dem ehemaligen Bundespräsidenten:

„Ich habe immer mehr vom Brückenbauen als vom Gräbenziehen gehalten.“
(Richard von Weizsäcker)

(Zuerst veröffentlicht im Oktober 2016)