Eberhard Platte

Jg. 1942, verheiratet, vier erwachsene Kinder, Grafik-Designer und Mitältester in der Gemeinde. Er ist im Reisedienst der Brüdergemeinden tätig.

Artikel von Eberhard Platte:
Das Bibel-Projekt – ich bin begeistert! Vor einiger Zeit stieß ich im Internet auf die Seite "dasbibelprojekt.de" und war gleich begeistert! Nicht nur aus der Sicht eines Grafikers, der fasziniert ist von der zeichnerischen Genialität, sondern auch als Bibellehrer und Verkündiger in den Gemeinden und in Seminaren. Unter dem Titel „Entdecke die Bibel – mit Kurzvideos die Bibel entdecken“ werden hier Überblicke von (fast) allen biblischen Büchern und zu verschiedenen biblischen Themen angeboten - als Kurzvideos in Zeichentrickart. Die Filme eignen sich hervorragend für eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten...
Wie gehe ich mit unzufriedenen Jugendlichen um? Es klingelt. Tom steht vor mir und sieht ziemlich niedergeschlagen aus. Er schaut verlegen auf den Boden und scheint das Muster der Fußmatte zu zählen. Zögernd fragt er: "Kann ich dich mal sprechen? Habe zurzeit ziemlich Frust." - "Komm rein!", heiße ich ihn willkommen. "Um was geht es denn?", erkundige ich mich. Bei einer Tasse Tee im Wohnzimmer öffnet er sich langsam. Dann sprüht es immer impulsiver aus ihm heraus: „Ach weißt du“, platzt er los, „ich weiß auch nicht, woher das kommt - aber sowohl in der Jugendgruppe, als auch in der Gemeinde, ist seit einiger Zeit überhaupt nichts mehr los...!"
Macht zu Jüngern! – Zwei Prediger outen sich … "Nun, er hat es überstanden. Gut sogar. Der Herr hat geholfen. Mir aber ist es unvergesslich, dass er sich mir so geöffnet hat. Er hat mir gezeigt, dass auch er schwach ist, dass auch er Unterstützung und Gebet brauchte. Er ist an diesem Tag in meinen Augen gewachsen, als er sich klein und verletzlich machte und mir seine Schwachstellen zeigte. Da sind wir zusammengewachsen. Das hat mir damals sehr geholfen, als er sich mir gegenüber so geoutet hat." - Eberhard Platte schaut ehrlich auf sechzig Jahre mit Gott zurück und stellt fest: Wir müssen bewusster Jünger machen! Wie sonst wollen wir die nächste Generation fit bekommen für die Herausforderungen, die sie zu meistern haben werden? Hier, wie es für ihn damals anfing:
Zurück zum Seelsorgedienst in unseren Gemeinden! Bereits vor mehr als 30 Jahren machte Larry J. Crabb auf die zunehmende Tendenz unter evangelikalen Christen aufmerksam, bei seelischen Schwierigkeiten psychologische Fachleute außerhalb der christlichen Gemeinden aufzusuchen und gemeindliche Seelsorge als unzureichend und dilettantisch abzulehnen. Sein Schlagwort damals „Zurück zur Seelsorge in der Gemeinde“ wollte Mut machen, die biblische Gnadengabe des Hirten neu zu entdecken und zu fördern. - Eberhard Platte zeigt, wie dieser Dienst konkret aussehen kann.
„Du bist ein Priester!“ „Nein!“ – Peter steht mir entschieden ablehnend gegenüber, hebt abwehrend seine Hände und schüttelt energisch den Kopf. Er ist total empört: „Nein, als Priester meiner Familie empfinde ich mich überhaupt nicht! Ich bin schon froh, wenn ich die alltäglichen Herausforderungen als Vater bewältige! Und dann kommst du mit der Forderung, auch noch so was wie ein Priester sein zu sollen! Ich bin weder heilig, noch katholisch, noch entspreche ich den Anforderungen eines Priesters!“ Wenn es in den Artikeln dieser Ausgabe um den Priesterdienst in Familie, Alltag und Gemeinde geht, dann geht es natürlich nicht um das, was verschiedene Religionsgemeinschaften daraus gemacht haben. Wir wollen uns damit beschäftigen, was die Bibel dazu sagt und wie sie den Priesterdienst versteht.
Jesus allein! „Ja? Hallo?“, stöhnst du genervt, als das Handy schon wieder klingelt. „Hallo, hier ist dein Herr – Jesus. Nicht mit mir gerechnet, oder? Hättest du mal kurz Zeit für mich? Ich würde gern mal mit dir allein sein, um einiges durchzusprechen. Wann geht‘s bei dir?“ „Was?“ Du schaust dich verwirrt um. Nimmt mich da je - mand auf den Arm? Jesus? Einen Termin? Fast mechanisch schaust du auf deinen Terminkalender, der neben dem Tele - fon liegt. Montagabend? Nein, da ist Chorstunde. Dienstag – oder besser Mittwoch? Aber da wollte ich doch endlich mal wieder zur Bibelstunde. Donnerstag? Oder sollte ich doch besser einen Termin in der nächsten Woche ...? - Wann hattest du das letzte Mal einen Termin mit dem Herrn Jesus allein? Das ist etwas Besonderes, wenn der Herr Jesus uns beiseite nimmt und uns etwas von sich zeigen will!
Mit Jesu Augen die Not der Menschen sehen (Ist der Hirtendienst eine vergessene Gnadengabe?) Was siehst du, wenn du durch die Fußgängerzone deiner Stadt gehst? Was siehst du, wenn du über deinen Gartenzaun blickst? Was nimmst du wahr, wenn du neben deinem Arbeitskollegen arbeitest? Was siehst du, wenn du die Geschwister deiner Gemeinde begrüßt? Du kannst durch diese deine Welt gehen und nur das wahrnehmen, was du gerade suchst oder was dich gerade interessiert. Was uns fehlt, ist der Blick für den Nächsten und für die Geschwister. Schlafen wir auf den Augen?!