Kinder sind wie Pfeile

„Siehe, ein Erbe vom Herrn sind Söhne… Wie Pfeile in der Hand eines Helden, so sind die Söhne der Jugend. Glücklich der Mann, der seinen Köcher mit ihnen gefüllt hat!“ (aus Psalm 127, 3-5)

Wie siehst du auf deine Kinder? Manche sehen ihre Kinder als eine Investition in ihre eigene Zukunft – wie eine Art von Pension. Andere sehen sie als eine Erweiterung ihrer eigenen Person – und drängen manchmal ihre Kinder dazu, das zu tun oder das zu sein, was sie selbst gerne getan hätten oder geworden wären. Manche erschöpften Eltern sehen ihre Kinder als eine schwere Last und beneiden im Stillen die kinderlosen Ehepaare, die ihr Leben ohne die vielen Mühen und Sorgen genießen können, die Kinder mit sich bringen.

In Psalm 127 werden uns Kinder als Pfeile vorgestellt.

Der Eigentümer

Dabei wird uns zuerst gesagt, dass Kinder „ein Erbe vom Herrn“ sind (V.3). Ein Erbe ist etwas, das wir gewöhnlich von unseren Eltern oder Großeltern bekommen; wir freuen uns darüber und arbeiten damit und geben es dann an andere weiter. So bist du niemals der Eigentümer deiner Kinder. Der Herr vertraut sie dir für eine Zeitlang an. Du kannst dich an ihnen freuen und mit ihnen arbeiten. Unsere Kinder wurden geschaffen, um Gottes Bestimmung zu erfüllen, nicht unsere Träume. Unsere Kinder sind Sein Eigentum, niemals unseres.

Diesen Grundsatz zu verstehen und zu bejahen wird die Art und Weise prägen, wie wir unsere Kinder großziehen!

Wie Pfeile

“Wie Pfeile in der Hand eines Helden, so sind die Söhne der Jugend: Glückselig der Mann, der seinen Köcher mit ihnen gefüllt hat!“ (V.4,5). In diesem Bild werden Kinder mit Pfeilen verglichen. Der Köcher könnte das Elternhaus darstellen. Vielleicht könnten in dem Bogen dann die Eltern, die Familie oder die örtliche Gemeinde gesehen werden. Der Held ist deutlich ein Bild für Gott selbst. Es ist dein und mein Privileg und auch unsere Verantwortung die Pfeile so vorzubereiten, dass der Herr selbst sie zur richtigen Zeit abschießen kann, um Sein göttliches Ziel zu erreichen.

Die Pfeile vorbereiten

Ein Pfeil hat 4 Teile. Jedes von ihnen kann uns helfen, uns an unser Ziel bei der Erziehung der Kinder zu erinnern.

1. Der Schaft

Ein guter Pfeil benötigt einen geraden und polierten Holzstock. Diese wachsen nicht einfach an den Bäumen. Dafür ist geschickte und engagierte Arbeit nötig. Wie du, so wurden auch deine Kinder mit einer sündigen Natur geboren. Christliche Moral und Werte müssen zu Hause vorgelebt und gelehrt werden. Wenn unsere Kinder gute Pfeile werden sollen, müssen sie lernen, das Gute zu lieben, nämlich Werte wie Gerechtigkeit, Wahrheit und Arbeit. Gottes Pfeile lieben den Herrn und schätzen sein Wort. Der beste Ort, diese Dinge zu lehren und zu lernen, ist zu Hause (2Tim 1,5).

2. Die Spitze

Eine scharfe Spitze sorgt dafür, dass der Pfeil auch effektiv ist. Gott hat jeden von uns auf einzigartige Weise dafür ausgestattet, Sein Ziel mit unserem Leben auszuleben. Wenn unsere Kinder im Leben effektiv sein sollen, müssen sie ihre von Gott gegebenen Gaben und Talente entdecken und entwickeln. Sie müssen lernen, wie man andere liebt. Ohne Liebe werden die Pfeile niemals die beabsichtigte Wirkung erzielen.

3. Die Befiederung

Die Federn verschönern vielleicht das Aussehen des Pfeils, aber sie sind nicht nur dekorativ. Die Befiederung hilft dem Pfeil, seine Flugbahn zu halten. So müssen auch unsere Kinder lernen, beim Auftreten von Problemen und Enttäuschungen Ausdauer zu zeigen, beständig bei dem zu bleiben, was gut ist (1Tim 4,16), und ihrer Berufung und ihren Überzeugungen treu zu bleiben, auch wenn andere um sie herum vom Weg abkommen. Überzeugungen werden zu Hause entwickelt (2Tim 3,14-15).

4. Die Nocke

Der Pfeil kann sich nicht von selbst bewegen. Die Energie des starken ‚Helden‘ muss durch den Bogen auf den Pfeil übertragen werden. Die Nocke sorgt dafür, dass der Pfeil die Energie aufnimmt, die er benötigt, um seinen Zweck zu erfüllen. Jedes Kind muss lernen, zu vertrauen und sich auf andere zu verlassen, zu teilen, zu einem höheren Ziel beizutragen, ein Teamspieler zu sein und Gott zu erlauben, ihn durch andere zu segnen. Wir brauchen uns gegenseitig. Wir brauchen auch die Kraft und Stärke, die nur Gott geben kann. Diese Abhängigkeit ist etwas, das wir alle lernen müssen – je eher, desto besser (2Kor 12,8-10; Kol 1,29).

Gemeinsam mit Gott

Gott ist am Heranwachsen und an der Entwicklung unserer Kinder aktiv beteiligt. Als Eltern spielen wir eine wichtige Rolle, aber Gottes Eingreifen ist das Entscheidende. Die wunderbare Gnade Gottes stellt sicher, dass Er uns und unsere Kinder sogar trotz unserer Fehler und Schwächen gebrauchen kann. Perfekte menschliche Eltern gibt es einfach nicht. Ihr werdet es auch nie werden. Gott ist der einzige vollkommene Vater, und trotzdem entscheiden sich sogar manche seiner Kinder für falsche Wege. Wir suchen Seine Hilfe bei der Erziehung unserer Kinder und wissen, dass wir ganz von seiner überwältigenden Gnade abhängig sind.

Psalm 127 erinnert uns daran, wie dringend wir Gott brauchen. Salomo lenkt unsere Aufmerksamkeit in diesem Psalm auf vier Bereiche: Wir brauchen Gott,

  1. wenn wir Beziehungen und eine Karriere aufbauen (ein Haus bauen, V.1),
  2. wenn wir Sicherheit suchen (eine Stadt schützen, V.1),
  3. wenn wir unseren Lebensunterhalt verdienen (arbeiten und produzieren, V.2), und
  4. wenn wir Kinder aufziehen (V.3-5).

Oder mit den Worten unseres Herrn Jesus: „Getrennt von mir könnt ihr nichts tun“ (Joh 15,5).

Vielleicht bist du ein Elternteil, ein Sonntagschullehrer, ein Jugend-Mitarbeiter oder ein Leiter in deiner Gemeinde. Ich möchte dir Mut machen die Kinder, die dir anvertraut sind, als Pfeile anzusehen. Nutze jede Gelegenheit, an der Formung dieser Pfeile mitzuarbeiten! Und wenn die Zeit gekommen ist sie loszuschicken, dann tu das dankbar und freudig – und beobachte erwartungsvoll, was der Herr durch das Leben unserer Kinder erreichen wird.

 

(Zuerst veröffentlicht auf www.philipnunn.com im Oktober 2017)