Hilfreiche Besprechungen (Teil 1) – Zeit für die Kernaufgaben

Prinzipien für die Organisation guter Besprechungen

Wir sollten nicht meinen, dass Organisations- und Verwaltungstalente im Reich Gottes nicht benötigt würden. Die Bibel sagt uns: »Alles aber geschehe anständig und in Ordnung« (auch die Treffen der Ältesten; 1Kor 14,40). Der Geist Gottes gibt wenigen die besondere Gabe, Gottes Herde zu weiden und das Haus Gottes zu verwalten (Röm 12,8; 1Kor 12,28; Eph 4,11). Die Urgemeinde erkannte den Bedarf an Führung und Verwaltung und entwickelte unter der Leitung der Apostel eine Strategie, wodurch die Prioritäten im Dienst der Apostel sichergestellt wurden und man den Bedürfnissen der armen Witwen begegnete (Apg 6,1-6). Im Gegensatz hierzu ist der Teufel der Urheber der Verwirrung sowie der Verschwendung von Zeit und Gaben.

Administrative Fähigkeiten sind für den Dienst der Ältestenschaft und für das Zusammenleben in der Gemeinde so wichtig, dass ein Ältester entsprechend den Anforderungen des Wortes Gottes seinem eigenenHaus gut vorstehen (verwalten) soll. Weiter heißt es, dass ein Mann, der seinen eigenen Haushalt nicht verwalten kann, auch nicht in der Lage ist, der größeren Aufgabe der Verwaltung des Hauses Gottes gerecht zu werden (1Tim 3,4-5).

Die Bibel bezeichnet Älteste auch als Gottes Verwalter (Tit 1,7). Ein Verwalter (griechisch: oikonomos) war in der Antike oft ein Sklave, dem die Verwaltung des Besitzes anvertraut war und der dem Herrn des Hauses gegenüber Rechenschaft ablegen musste.

Des Weiteren beauftragt der Geist Gottes die Ältesten, Gottes Herde zu weiden. Auch ein Hirte ist ein Verwalter oder Aufseher. Der Hirte einer wirklichen Schafherde in Israel musste Land- und Wasserressourcen geschickt verwalten, damit die Versorgung seiner Schafe auch in den dürren Sommermonaten gewährleistet war. Er musste in der Lage sein, Krankheiten zu behandeln oder gegen sie vorzubeugen. Er musste seine Herde vor Gefahren, wilden Tieren und Unwettern schützen. Auf gleiche Weise haben die Ältesten als Unterhirten und Verwalter Gottes die Verantwortung und Vollmacht, das Haus Gottes zu verwalten. Gute administrative Fähigkeiten sind Teil eines gesunden Hirtendienstes und treuer Verwaltung.

Eine gute Verwaltung des Hauses Gottes beginnt mit einer guten Organisation der Ältestensitzungen. Eine sich selbst organisierende Gruppe wie die Ältestenschaft einer Gemeinde benötigt Ordnung, klare Prioritäten, Disziplin und eine gewisse Selbstkontrolle, um nicht ineffektiv zu werden. Doch Tatsache ist, dass viele Ältestenräte zur Ziellosigkeit neigen, sich mit Mittelmäßigkeit zufrieden geben und der Gemeinde keine wirkliche Führung bieten. Dies sollte uns umso mehr anspornen, unsere Sitzungen nach gesunden Prinzipien des Gruppenmanagements und der Organisation zu führen. Gut abgehaltene Sitzungen fördern die Leiterschaft und Gruppenmoral. Deshalb sollten wir einige bewährte Ratschläge überdenken, um die Administration unserer Ältestentreffen zu verbessern:

Prioritäten im Auge behalten

Gemeindeälteste müssen sich der ihnen von Gott gegebenen Prioritäten bewusst sein, ansonsten werden ihre Besprechungen schnell vom Wesentlichen abkommen. Es gibt qualifizierte Männer, die ihre Gaben einsetzen wollen, um am Wort Gottes zu dienen und die Herde zu weiden, aber sie wollen nicht zur Ältestenschaft ihrer Gemeinde gehören, weil die Ältestensitzungen im Dickicht administrativer Trivialitäten ersticken. Viele Ältestenräte fungieren in Wirklichkeit als besserer Diakonenausschuss oder als Komitee zur Verwaltung des Gemeindegebäudes. Durch viele Details und Aufgaben werden sie vom Wesentlichen abgelenkt, nämlich die Gemeinde geistlich zu führen.

Ein Weg zur Lösung dieses Problems ist, den Besprechungen eine neue biblische Ausrichtung zu verleihen. Sitzungen und Agenden sollten so umfunktioniert werden, dass sie das widerspiegeln, was die Bibel über die Aufgaben von Ältesten zu sagen hat. Dann werden die Ältesten gemeinsam als biblische Leiterschaft agieren. Die Treffen werden die wirklich wichtigen Dinge zum Thema haben: die Glaubensüberzeugungen der Gemeinde zu definieren und klarzustellen, ein eigenes Auftragsbewusstsein und eine geistliche Schau zu schaffen, die grundlegenden Dienste in der Gemeinde zu beurteilen und zu fördern, den Hirtendienst zu verbessern und Pläne für die Zukunft zu erarbeiten.

Der Dienst der Ältesten dreht sich um drei Kernaufgaben: Menschen, Gebet und das Wort Gottes. Diese drei Dinge sollten bei der Planung einer Besprechung stets im Blickfeld behalten werden. Natürlich müssen sich die Ältesten auch um andere Aufgaben kümmern, von denen einige durchaus sekundär sind, aber diese zweitrangigen Dinge dürfen die Ältestentreffen nicht dominieren und beherrschen, wie es oft der Fall ist.

Menschen

Die Aufgaben der Ältesten haben stets mit Menschen zu tun. Der Geist Gottes beruft die Ältesten, sich um Menschen zu kümmern (Apg 20,28; 1Petr 5,1-2). Und die Bibel bezeichnet die Ältesten als die »Ältesten des Volkes« (2Mo 19,7). Hebräer 13,17 beschreibt ihre Aufgabe sehr schön darin, dass sie »über eure Seelen« wachen. Jakobus spricht vom Glauben, den Gebeten und dem Rat der Ältesten für die Kranken: »Ist jemand krank unter euch? Er rufe die Ältesten der Gemeinde zu sich, und sie mögen über ihm beten und ihn mit Öl salben im Namen des Herrn. Und das Gebet des Glaubens wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten, und wenn er Sünden begangen hat, wird ihm vergeben werden.« (Jak 5,14-15)

Es gibt weitere Stellen, welche die Verantwortung der Ältesten für Menschen betonen. Paulus erinnert die Ältesten aus Ephesus daran, dass sie sich der Schwachen annehmen müssen (Apg 20,35). Die Voraussetzung für biblische Älteste verlangt von ihnen, gastfrei (1Tim 3,2) und fähig zu sein, Menschen in der gesunden Lehre zu unterweisen und sie vor Irrlehren zu beschützen (Tit 1,9). Älteste werden angewiesen, das Volk Gottes zu hüten (1Petr 5,1-2), was bedeutet, dass sie führen, lehren, schützen und für Menschen Sorge tragen sollen.

Deshalb sollten sich Älteste immer bewusst sein, dass sie Gottes kostbarer Familie, seiner Gemeinde der Erlösten und seinem Haus vorstehen. Die Gemeinde ist keine geschäftliche Organisation, kein Regierungsministerium und keine Militärinstitution. Sie ist ein geistliches Haus, eine Familie. Da der Schwerpunkt auf zwischenmenschlichen und familiären Beziehungen liegt, sollte die Leiterschaft am Vorbild eines Hirten oder Vaters ausgerichtet sein.

Um ihrer Verantwortung gegenüber der Familie Gottes gerecht zu werden, müssen sich die Ältesten Zeit nehmen, um die Bedürfnisse des Volkes Gottes zu besprechen. Sie müssen sich gegenseitig über neue Gesichter in der Gemeinde informieren, aber auch über verirrte Schafe, denen nachgegangen werden muss (ein Gebiet, auf dem die meisten Gemeinden versagen).

Sie sollten sich über geschehene Besuchsdienste, dringende Telefongespräche und Kranke in der Gemeinde gegenseitig Bericht erstatten. Bei schwierigen Seelsorgefällen oder im Umgang mit in Sünde lebenden Geschwistern sollten sich die Ältesten gegenseitig unterstützen und beraten. Während ihrer Treffen sollten die Ältesten Termine für Besuche und Anrufe koordinieren, die zur Erfüllung ihrer Aufgaben nötig sind.

Die Ältesten sollten regelmäßig andere wichtige Verantwortungsträger der Gemeinde (Sonntagsschulleiter, Diakone, Jugendleiter, Hauskreisleiter usw.) zu ihren Treffen einladen, um Informationen auszutauschen und um Rechenschaft abzulegen. Die fürsorglichen Anweisungen und die Ermutigungen der Ältesten werden diese Leiter motivieren, weiterzumachen und ihren Dienst zu verbessern.

Manchmal ist es auch nötig, dass andere Geschwister der Gemeinde sich mit den Ältesten zur besonderen Fürbitte, Seelsorge oder Zurechtweisung treffen. Missionare im Heimaturlaub benötigen vertrauliche Zeit mit den Ältesten, um ihnen ihre besonderen Nöte mitzuteilen und Wegweisung zu suchen. Im Gegenzug sollten Älteste Informationen von ihren Missionaren sammeln, um besser für sie beten, sie besser beraten und ermutigen und die Gemeinde in der finanziellen und moralischen Unterstützung leiten zu können.

Unser Herr nimmt die Verantwortung der Ältesten gegenüber seinem Volk sehr ernst. Denken wir zum Beispiel einmal über seine ermahnenden Worte gegenüber den Hirten Israels nach:

»Die Schwachen habt ihr nicht gestärkt und das Kranke nicht geheilt und das Gebrochene nicht verbunden und das Versprengte nicht zurückgebracht und das Verlorene nicht gesucht, sondern mit Härte habt ihr über sie geherrscht und mit Gewalt.« (Hes 34,4)

Die Ernsthaftigkeit der Verantwortung der Ältesten gegenüber der Herde Gottes wird auch im folgenden Vers deutlich:

»Gehorcht und fügt euch euren Führern! Denn sie wachen über eure Seelen, als solche, die Rechenschaft geben werden, damit sie dies mit Freuden tun und nicht mit Seufzen; denn dies wäre nicht nützlich für euch.« (Hebr 13,17)

Gebet

Die Ältesten der Urgemeinde drückten ihre primäre Aufgabe auf erstaunlich einfache Weise aus: »Wir aber werden im Gebet und im Dienst des Wortes verharren« (Apg 6,4). Gebet ist keine Formalität, mit der man Zusammenkünfte beginnt oder schließt, sondern es ist ein wesentlicher Bestandteil des Werkes und eine Berufung für alle, die das Volk Gottes führen. Deshalb sollte das Gebet einen wesentlichen Bestandteil der Ältestentreffen ausmachen.

Es gibt in jeder Gemeinde geistliche Probleme und körperliche Nöte, bei denen das gläubige und beharrliche Gebet die einzige Lösung ist. Als die Jünger vor einem Problem standen, das sie nicht lösen konnten, sagte der Herr ihnen: »Diese Art kann durch nichts ausfahren als nur durch Gebet« (Mk 9,29; vgl. Mt 17,20- 21). Auch sollten die Ältesten sich all der vertraulichen Gebetsanliegen annehmen, die nicht öffentlich genannt werden können.

Älteste können im Hinblick auf das Gebet nicht gleichgültig sein. Unser Herr war dies auch nicht. Die Schrift sagt uns eindrücklich, dass Gebetslosigkeit gleich Ungehorsam und Sünde ist (1Sam 12,23; Lk 18, 1). Die folgenden praktischen Vorschläge sollen den Gebetsdienst der Ältesten verbessern, insbesondere während ihrer Zusammenkünfte:

Mit Gebet beginnen

Wenn Älteste mit dem gemeinsamen Gebet bis zum Ende der Sitzung warten, bleibt ihnen oft wenig Zeit und Energie, ernsthaft in der Fürbitte für die Gemeinde einzutreten. Deshalb ist es am Besten, die Besprechung mit Gebet zu beginnen. Auch wenn das Treffen mit Gebet begonnen hat, kann man am Ende der Sitzung eine weitere Gebetszeit anschließen. Je mehr Gebet, umso besser.

Gebetslisten benutzen

Ich habe Ältestensitzungen besucht, wo 20-30 Minuten mit dem Sammeln von Gebetsanliegen zugebracht und dadurch kostbare Gebetszeit vergeudet wurde. Eine vorbereitete und aktuelle Gebetsliste gibt den Ältesten die Möglichkeit, direkt für bestimmte Anliegen zu beten. Zusätzliche besondere Anliegen können jederzeit eingebracht und während der Gebetszeit aufgeschrieben werden. Eine gründliche und stets aktuelle Gebetsliste zu führen, bringt einige Mühe mit sich, aber jemand sollte die nötige Zeit für diese wichtige Aufgabe aufbringen.

Kreativität einsetzen

Es ist wichtig, dass die Gebetszeiten lebendig und lohnend bleiben. Wenn deutlich wird, dass die Gebetsbeteiligung abflacht, sollten neue Gebetsanliegen eingebracht werden, oder aber man teilt sich in kleinere Gebetsgruppen auf. Es gibt viele Möglichkeiten, um ein Gebetstreffen anzufachen, damit es nicht zur müden Routine wird. Ganz gleich, welchen Ablauf man wählt, er sollte von Zeit zu Zeit geändert werden.

Kurze Gebete

Vorsicht vor langen und ausgedehnten Gebeten! Sie können selbst den geistlichsten Streiter im Gebet in den Schlaf wiegen! Kurze und präzise Gebete dagegen sorgen für Bewegung in der gemeinsamen Gebetszeit. Wenn kurz gebetet wird, kann jeder Älteste mehrmals Anliegen vorbringen. Auch kann für bestimmte Nöte mehrfach gebetet werden. Wenn zum Beispiel jemand in der Gemeinde Krebs hat, kann ein Ältester für Heilung beten, ein anderer für die Familie des Kranken, ein weiterer für finanzielle Nöte usw. Diese Art der Fürbitte belebt und stärkt das gemeinsame Gebet. Wir sollten daran denken, unser »Amen« zum Gebet der anderen hinzuzufügen (1Kor 14,16). So wissen die anderen, dass wir zuhören und ihrem Gebet zustimmen.

Gebetskarten auslegen

Hudson Taylor, Gründer der China Inland Mission und ein großer Streiter im Gebet, sagte, dass Information der Schlüssel ist, um Gebet lebendig zu erhalten. Das Gleiche gilt auch für die örtliche Gemeinde. Aktuelle Informationen direkt von den Gemeindegliedern stärkt das Gebet der Ältesten und weckt ihre Fürsorge für die Herde.

Deshalb ist es wichtig, die Gemeinde beständig um Gebetsanliegen zu bitten. Dies kann dadurch geschehen, dass man Gebetskarten auslegt, worauf die Geschwister ihre Gebetsanliegen schreiben können. Wir sollten der Gemeinde zeigen, dass wir im Gebet für sie einstehen. Dass wir in der Fürbitte für sie ringen und dass wir Männer des Glaubens und des Gebetes sind (Jak 5,14-15).

In Gebetsgruppen aufteilen

Wir können uns zum Gebet in Zweiergruppen aufteilen, um persönliche Nöte mitzuteilen und 5-10 Minuten gemeinsam zu beten. Dies hilft den Ältesten, sich untereinander besser kennen zu lernen, einander zu dienen und mehr zu beten. Außerdem belebt es die Gebetszeit während der Ältestentreffen.

Gesang

Gemeinsames Singen fördert das Gebet und die Anbetung. Gesang ist eine sehr inspirierende Art der gemeinsamen Anbetung und des Gebets. Es vereint die Gruppe, gibt ihr geistliche Ausrichtung und bringt die Gegenwart und Leitung des Geistes Gottes zum Ausdruck (Eph 5,18-19).

Persönlich sein

Nennen wir die Menschen, für die wir beten, beim Namen. Wir können zum Beispiel mehrere Familien in der Gemeinde herausgreifen, für die wir beten. Wenn wir dies beständig tun, können wir gemeinsam für jede Familie oder sogar jede Person der Gemeinde im Gebet eintreten.

 

Eine lebendige Gebetszeit bereitet die Ältesten auf den Rest der Sitzung vor. Das gilt besonders für diejenigen, die schon einen langen Arbeitstag hinter sich haben. Man ist müde und hat oft noch viele andere Gedanken im Kopf. Eine lebendige Gebetszeit erfrischt den Geist und richtet die Gedanken auf die anstehenden Aufgaben aus.

Wenn unsere Gebetszeiten ermüdend sind, sollten wir dieses Problem sofort in Angriff nehmen. Seien wir kreativ, beschreiten wir neue Wege und werten diese beständig aus. Doch in erster Linie sollten wir beten! Die folgenden Verse sollen uns an die Bedeutung und das Vorrecht des Gebetes erinnern:

»Auch was mich betrifft – fern sei es von mir, dass ich mich an dem HERRN versündigen und aufhören sollte, für euch zu bitten; sondern ich will euch den guten und richtigen Weg lehren.« (1 Sam 12,23)

»Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis dafür, dass sie allezeit beten und nicht ermatten sollten.« (Lk 18,1)

»… Epaphras, … der allezeit für euch ringt in den Gebeten, dass ihr vollkommen und völlig überzeugt in allem Willen Gottes dasteht.« (Kol 4,12)

»Viel vermag eines Gerechten Gebet in seiner Wirkung.« (Jak 5,16b)

Wort Gottes

Apostelgeschichte 6,4 ist für Gemeindeleiter einer der wichtigsten Verse des Neuen Testamentes: »Wir aber werden im Gebet und im Dienst des Wortes verharren.« Dieser Entschluss, der bei der ganzen Gemeinde Zustimmung fand (Apg 6,5a), setzte damit die grundlegenden Prioritäten im Dienst von Gemeindeältesten: Gebet und das Wort Gottes.

Richard Longenecker schreibt, dass das Wort »verharren« sich auf einen festen Entschluss und eine »alleinige Ausrichtung auf eine bestimmte Handlung hin bezieht«. Deswegen sollten sich die Hirten der Gemeinde fest entschlossen auf das Gebet und das Wort Gottes ausrichten.

Als Lehrer und Verteidiger des Wortes stehen die Ältesten in der Verantwortung für den Auftrag und die Glaubensüberzeugungen der Gemeinde. Das bedeutet, dass die Ältesten den fundamentalen Auftrag haben, die unumstößlichen Glaubensgrundsätze, die allgemeine Ausrichtung, die vorrangigen Aufgaben, die Wertvorstellungen, die geistliche Schau und das Auftragsverständnis der Gemeinde zu definieren, klarzustellen und wenn nötig zu korrigieren (Apg 15). Wenn Älteste auf dieser Ebene denken und planen, werden zukünftige Entscheidungen vereinfacht, weil sie auf Grundlage der bereits zuvor festgelegten Überzeugungen, Prioritäten und Ausrichtung getroffen werden.

Des Weiteren steht die Ältestenschaft in der Verantwortung, alle Lehrdienste der Gemeinde zu beaufsichtigen (Sonntagsschule, Frauenstunde, Hauskreise, evangelistische Aktivitäten, Predigtdienst usw.). Praktisch gesehen sollten die Ältesten damit:

  • ein eigenes Konzept zur Gemeindebelehrung entwickeln und ständig auswerten;
  • die verschiedenen Lehrdienste innerhalb der Gemeinde definieren und bewerten;
  • alle Sonntagsschul- und Bibelstudienmaterialien begutachten, die in der Gemeinde Verwendung finden sollen;
  • alle Mitarbeiter, die in der Gemeinde Lehrtätigkeiten ausüben, überprüfen und bestätigen;
  • einen lehrmäßigen Leitfaden für alle Mitarbeiter zur Verfügung stellen;
  • festlegen, nach welcher Methode biblische Lehre vermittelt werden soll;
  • evangelistische Aktivitäten planen.

Ein fundamentaler Auftrag der Ältesten ist es, die unumstößlichen Glaubensgrundsätze, die allgemeine Ausrichtung, die vorrangigen Aufgaben, die Wertvorstellungen, die geistliche Schau und das Auftragsverständnis der Gemeinde zu definieren, klarzustellen und wenn nötig zu korrigieren.

Auch kann es sein, dass Lehrfragen auftreten, so dass sich die Ältesten zusammensetzen und gemeinsam die Bibel zu diesem Thema studieren müssen. Das Besprechen von Lehrfragen nimmt etliche Zeit in Anspruch, ist jedoch wichtig, weil die Gemeinde »der Pfeiler und die Grundfeste der Wahrheit« ist (1Tim 3,15).

Schließlich muss das Wort Gottes in der Welt verkündigt werden. Wir haben einen Missionsauftrag bekommen (Mt 28,18-20) und eine wunderbare Botschaft weiterzugeben. Die Ältesten müssen über die Verbreitung des Wortes Gottes nachdenken, dafür beten und entsprechend planen, damit sie diese geistliche Sicht für die Verkündigung des Evangeliums der Gemeinde vermitteln können. Das gilt sowohl für die Evangelisation vor Ort als auch für die Anteilnahme an der Weltmission. Nehmen wir uns Zeit, über die folgenden Verse nachzudenken, damit das Wort Gottes den rechten Platz in unseren Herzen einnehmen kann:

»So spricht der Herr, HERR: Wehe den Hirten Israels, die sich selbst weiden! Sollen die Hirten nicht die Herde weiden?« (Hes 34,2b)

»Mein Volk kommt um aus Mangel an Erkenntnis. Weil du die Erkenntnis verworfen hast, so verwerfe ich dich, dass du mir nicht mehr als Priester dienst.« (Hos 4,6a)

»Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, und lehrt sie alles zu bewahren, was ich euch geboten habe! Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters.« (Mt 28,19,20)

»Sie (die ersten Christen) verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft.« (Apg 2,42a)

»… wie ich nichts zurückgehalten habe von dem, was nützlich ist, dass ich es euch nicht verkündigt und euch gelehrt hätte, öffentlich und in den Häusern, … denn ich habe nicht zurückgehalten, euch den ganzen Ratschluss Gottes zu verkündigen.« (Apg 20,20.27)

»Und er hat die einen als Apostel gegeben und andere als Hirten und Lehrer, zur Ausrüstung der Heiligen für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes Christi.« (Eph 4,11-12)

»Bis ich komme, achte auf das Vorlesen, auf das Ermahnen, auf das Lehren!« (1Tim 4,13)

»Die Ältesten, die gut vorstehen, sollen doppelter Ehre gewürdigt werden, besonders die in Wort und Lehre arbeiten. Denn die Schrift sagt: Du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden, und: Der Arbeiter ist seines Lohnes wert.« (1Tim 5,17-18)

»Predige das Wort, stehe bereit zu gelegener und ungelegener Zeit; überführe, weise zurecht, ermahne mit aller Langmut und Lehre!« (2Tim 4,2)

»… und was du von mir in Gegenwart vieler Zeugen gehört hast, das vertraue treuen Menschen an, die tüchtig sein werden, auch andere zu lehren!« (2Tim 2,2)