Schritte zu einem intensiven Gebetsleben (2)

2. Schritt: Die Anbetung Gottes

Menschen können nichts Angemesseneres tun, als Gott anzubeten.

Machen wir uns klar: Gott hat die schier endlosen Weiten des Alls geschaffen (1Mo 1,1.14-18). Er hat die Naturgesetze in Kraft gesetzt, durch die er die Ordnung des Alls erhält (Hebr 1,3). Zusätzlich hat er die unfassbar komplexe Welt des Lebendigen auf der Erde geplant und hervorgebracht. Schließlich hat er uns, die Menschen, geformt und uns die einzigartige Würde verliehen, ihn (zumindest ein wenig) verstehen zu können, mit ihm zu kommunizieren, ihn zu lieben und für ihn zu leben. Daraus folgt: Menschen können nichts Angemesseneres tun, als Gott anzubeten. Tatsächlich ist es das Natürlichste und Selbstverständlichste von der Welt.

Schaut man in das Buch der Psalmen, stellt man fest, dass viele Psalmen mit der Anbetung Gottes beginnen. Konkret: Sie sprechen vor Gott aus, wer Gott ist, wie Gott ist und was er getan hat.

Beispiele: Psalm 18,2-3: „Ich liebe dich, Herr, du meine Stärke! Herr, mein Fels, mein Schutz und mein Retter, mein Gott, meine Burg, in der ich mich berge, mein Schild, meine Zuflucht und mein sicheres Heil.“

Psalm 104,1-3: „Herr, mein Gott, du bist sehr groß, bekleidet mit Hoheit und Pracht. Das Licht umgibt dich wie ein Gewand, und den Himmel spannst du wie ein Zeltdach.

Die Anbetung Gottes ist etwas sehr Grundsätzliches und Bodenständiges. In der Anbetung richtet sich unser Herz direkt und vollständig auf Gott in Person aus. Unser innerer Blick wird ganz von der Größe und Majestät Gottes gefangen genommen, und unser Herz füllt sich mit Staunen über seine Macht, Heiligkeit und Gnade.

Vielen Christen ist die Anbetung Gottes eher fremd. Sie fallen beim Beten leicht mit der Tür ins Haus und überschütten Gott mit Bitten. Natürlich ist nichts falsch daran, Bitten vor Gott zu bringen! Jesus ermutigt ausdrücklich dazu (Mt 7,7-8)! Aber es steckt auch eine Gefahr darin: Wir können innerlich so sehr von unseren Nöten, Problemen und Wünschen in Beschlag genommen sein, dass wir nichts anderes mehr sehen. Wir kreisen dann um uns selbst und unser kleines Leben und bekommen die Größe Gottes nicht mehr in den Blick. Manche breiten ihre Nöte und Ängste derart umfassend vor Jesus aus, dass sie sich elend fühlen, wenn ihr Gebet beendet ist. Kein Wunder: Sie sind förmlich in ihre Nöte, Probleme und Ängste hineinversunken und entsprechend deprimiert.

Wer mit der Anbetung Gottes sein Gebet beginnt, erlebt, dass sich seine Seele mit Freude und Staunen über Gottes Macht, Geduld, Liebe und Weisheit füllt. In der Anbetung geht es nicht um etwas, das wir von Gott erbitten, sondern es geht um Gott selbst, um ihn als Person. Nichts sonst!

Wie kann nun die Anbetung konkret ablaufen? Je einfacher und persönlicher, desto besser! Dazu ist es hilfreich, wenn man die biblische Wahrheit gut kennt. Denn dann kann man in der Anbetung Bezug darauf nehmen.

Zum Tagesbeginn kann das so aussehen: „Vater im Himmel, dieser Tag liegt offen und klar vor dir (Ps 139,16). Für alle Herausforderungen (auch die ungeplanten) hast du jetzt schon die richtige Richtung und die beste Lösung (Röm 8,35). Du siehst weiter als ich. Deine Weisheit ist viel größer als meine (Röm 11,33). Du machst keine Fehler. Und keiner wurde je enttäuscht, der dir beharrlich vertraute (Ps 25,3). Ich vertraue mich dir an.“

Und wenn einem die Probleme im Laufe des Tages über dem Kopf zusammenschlagen: „Vater im Himmel, ich komme vor dich. Ich bin dem nicht gewachsen, was da gerade auf mich einprasselt. Aber du bist dem allemal gewachsen (5Mo 20,1). Du weißt, wozu ich in diese Situation gekommen bin und was du mit ihr vorhast. Denn nichts ist vor dir verborgen (Hebr 4,13). Du hast das All geschaffen und alles, was lebt (Ps 19,2). Da wirst du auch das zum Guten wenden, wovor mir jetzt graut (Röm 8,28). Ich rufe zu dir (Ps 50,15). Du bist mein Vater (Gal 4,6), meine Hoffnung (Ps 71, 5), meine Kraft (Jer 16,19), meine Zukunft (Ps 16,5 NeÜ). Ich vertraue dir.“

Und am Abend: „Vater im Himmel, heute Morgen wusste ich nicht, wie ich all die Aufgaben schaffen sollte. Und jetzt blicke ich zurück und merke: Alles hat sich zum Guten gewendet (Röm 8,28). Du hast für mich gesorgt (Ps 40,18). Du hast mir in schwierigen Situationen Weisheit gegeben (Lk 21,15). Nie hast du mich im Stich gelassen. Immer warst du an meiner Seite, wie du es versprochen hast (Jos 1,9). Du bist treu (1Kor 1,9). Du bist der Herr über alles (Ps 103,19). Ich bin bei dir geborgen (Ps 103,13). Danke, Vater!“

Anbetung führt uns hinein in die atemberaubende Macht, Größe und Schönheit Gottes. Menschen können nichts Angemesseneres tun, als Gott anzubeten.

 

Fortsetzung folgt: 3. Schritt – Bitten, und Gottes Handeln erwarten

Teil 1: Den Vater im Himmel kennen und lieben