Jesus – mein Retter und Herr

Ich liebe die Evangelien! Warum? Weil ich dort Jesus sehe. Und ich liebe Jesus. Ich liebe es, wie Jesus Menschen begegnet, voller Liebe, Gnade und Annahme und gleichzeitig voller Wahrheit. Ich liebe es, wie Jesus Menschen annimmt, die von allen ausgestoßen und abgewiesen werden. Ich liebe es, wie Jesus als Meisterkommunikator Menschen in seinen Bann zieht. Ich liebe es, wie hart Jesus die Pharisäer und Schriftgelehrten konfrontiert und ihren religiösen Schein enttarnt. Ich liebe es, wie Jesus Kinder liebevoll in den Arm nimmt und ihnen Zeit schenkt. Ich liebe es, wie Jesus seinen Nachfolgern voller Geduld begegnet.

Deshalb liebe ich es, die Evangelien zu lesen und Jesus zu beobachten, wie er lebt, und mich von Jesus in meinem Leben herausfordern zu lassen. Gerne möchte ich ein Erlebnis mit dir teilen, wie die Beschäftigung mit Jesus mein Leben verändert hat:

Ich bin im Markusevangelium „unterwegs“. Die Jüngerschaftschule ist in der Praxisphase angekommen und Jesus schickt seine Jünger in Zweiergruppen ins Land, um das, was sie von Jesus gelernt haben, selbst zu erfahren. Aufgeregt kommen sie zu Jesus zurück. Sie berichten Jesus von dem, was sie erlebt haben und sind richtig geschafft von der Jüngerschaft. Jesus sieht das und möchte ihnen eine Ruhepause verschaffen. Jesus selbst war wohl auch erschöpft, weil er eigentlich Dauersprechstunde hatte und nicht einmal zum Essen kam. So zieht sich Jesus mit seinen Jüngern zurück. Einfach mal auftanken. Austauschen. Ausruhen.

Aber die Menschenmenge folgt Jesus und seinen Jüngern. Da steht Jesus auf und ruft ihnen entgegen: „Könnt ihr uns nicht mal in Ruhe lassen. Ihr seid wirklich stressig! Seht ihr nicht, dass wir uns mal ausruhen müssen?“ – Nein. Der Sohn Gottes reagiert nicht so. Ich würde so reagieren. Jesus ist da ganz anders. Das liebe ich an Jesus. Er geht auf die Menschen zu und wird selbst innerlich bewegt, als er erkennt, wie es den Menschen geht. Es dreht ihm sozusagen den Magen um. Sein Mitleid ist so stark, dass er es körperlich merkt. Er ist wirklich betroffen. Deshalb nimmt er sich Zeit für die Menschen. Jesus steckt seine eigenen Bedürfnisse zurück und nimmt sich viel Zeit für die Bedürfnisse der Menschen.

Als ich diesen Text vor etwa vier Jahren las, war ich bewegt und betroffen zugleich. Bewegt vom tiefen Mitgefühl und der selbstlosen Reaktion von Jesus. Betroffen von der Erkenntnis, dass mein Herz nicht so weich und mitfühlend ist wie das von Jesus. Der Qualitäts-Check meines Herzens ergab: hart und steinig. Das machte mich traurig. Jesus hatte mich überführt und mitten in mein hartes Herz gesprochen. Jesus zeigte mir, wie mich Not, Sorgen und Erlebnisse anderer oft kalt ließen, und machte mir deutlich, dass er einen Weg der Veränderung mit mir gehen wollte.

Also überlegte ich gemeinsam mit Jesus, welche Schritte ich gehen könnte, um ein weicheres Herz zu bekommen, das mehr mitfühlt und mit dem Leid anderer mitleiden kann. Ich fing an zu beten. Etwa zwei Jahre lang betete ich fast jeden Tag für mein Herz. Ich betete, dass Jesus es weichklopft und mir mehr von seinem Mitgefühl gibt.

Und Jesus arbeitete an meinem Herzen. Langsam merkte ich, wie Jesus mein Herz veränderte und mir Geschichten, Nöte und Erlebnisse anderer Menschen nahe gingen und ich mehr mitfühlen konnte.

Im letzten Sommer, also etwa vier Jahre, nachdem ich den Text aus dem Markusevangelium gelesen hatte, bekam ich zum Geburtstag einen Brief. Ein befreundetes Ehepaar schrieb mir: „Wir schätzen enorm, wie du dich verändert hast! Du bist richtig emphatisch und beziehungsorientiert geworden, ermutigst Menschen in deinem Umfeld und lebst Annahme …“ Kannst du dir vorstellen, wie mich dieser Brief bewegt hat? Ich bin Jesus so dankbar, dass er mir so deutlich vor Augen geführt hat, wie er an mir gearbeitet und mein Herz verändert hat. Das erzähle ich nicht, weil ich großartig bin, sondern weil Jesus allein großartig ist.

In seinem Vorbild liegt die Kraft für unsere Veränderung. Jesus ist mein Retter. Er hat mich errettet und rettet mich immer noch. Jeden Tag ein bisschen. Deshalb ist er auch mein Herr.

Mit Jesus zu leben, Jesus als Retter und Herrn zu haben, heißt für mich, alles durch die Jesus-Brille zu sehen: mein Leben, meinen Alltag, meinen Charakter, mein Umfeld, meine Beziehungen, meine Herausforderungen. Wenn ich mehr und mehr lerne, alles durch Jesus hindurch zu sehen, verliere ich Jesus nicht aus den Augen.

Dabei helfen mir die Evangelien und deshalb liebe ich die Evangelien.