Infos zum Text: Der Brief an die Galater

Die Empfänger

Der Brief ist an Christen in Galatien gerichtet. Was so eindeutig klingt, ist es in Wirklichkeit gar nicht, denn es gibt die Landschaft „Galatien“, die eher den mittleren Norden der heutigen Türkei beschreibt, und es gibt die Römische Provinz Galatien, die neben der Landschaft Galatien den ganzen Süden mit umfasst. Dort liegen die aus der Apostelschichte bekannten Städte Antiochia, Lystra, Ikonium und Derbe. Und weil das so ist, gibt es eine Nordgalatische und eine Südgalatische Hypothese. Mir scheint der Brief eher an die Gemeinden im Süden gerichtet zu sein, denn das sind die Gemeinden, die auf der ersten Missionsreise entstanden sind.

Das Problem

Der Brief hat einen gut erkennbaren Anlass. Nicht nur Paulus war unterwegs und verkündigte das Evangelium, sondern auch andere Leute taten das. So waren auch Judenchristen unterwegs, die die Neubekehrten verpflichten wollten, das Gesetz zu halten. Und das drängte sich so in den Vordergrund, dass das Evangelium durch die Rechtfertigung aus Glauben unterzugehen drohte. Dagegen kämpft Paulus mit großer Leidenschaft und ungewöhnlich harten Worten. Aber es gibt zwischen Gesetz und Evangelium auch keinen Kompromiss, sodass dieser strenge Ton berechtigt ist.

Die Zeit der Abfassung

Das Apostelkonzil in Jerusalem fand im Jahr 49 nach Christus statt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Brief vorher entstand, sodass man das Jahr 48 als Jahr der Abfassung annehmen kann.

Diesen Vers sollte man kennen:

Galater 5,1: „Für die Freiheit hat Christus uns freigemacht. Steht nun fest und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten!“