Artikel mit dem Schlagwort: Reformation

Ist die Reformation vorbei?

Am Reformationstag 1999 wurde in Augsburg die "Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre" von Vertretern der katholischen Kirche und des Lutherischen Weltbundes unterzeichnet. "Damit ist die Spaltung der beiden großen Kirchen im Wesentlichen beendet", denken viele. "Ist die Reformation denn heute noch relevant?", fragt auch der italienische Theologe und Dozent Leonardo de Chirico und beantwortet diese Frage mit einem deutlichen: "Ja!". Warum er das denkt, begründete er unter der Überschrift: „Ist die Reformation vorbei?“ in zwei Livestream-Veranstaltungen Ende September in München, die hier wiedergegeben werden.

Philipp Melanchthon

Als ein schmächtiger, nur 1,53 m großer "Milchbube" das Katheder betritt, schauen sich die Wittenberger verwundert an. So hatten sie sich ihren neuen Professor für Griechisch an ihrer aufstrebenden Universität nicht vorgestellt! Als er wenig später das Lehrpult verlässt, hat er mit seinen leidenschatlich vorgetragenen Thesen zur Erneuerung des Universitätsstudiums alle Herzen erobert - auch das Martin Luthers, der nach der Veröffentlichung seiner provokanten 95 Thesen gegen den Ablasshandel erst kürzlich die päpstliche Bannandrohungsbulle erhalten hatte. Das ungleiche und doch herzensverwandte Freundespaar Luther und Melanchthon wird die Entwicklung der Reformation entscheidend prägen...

Johannes Calvin – sein Leben und sein Werk

"Luther kenne ich! Wer ist Calvin?" - Wenn wir nach einem Reformator gefragt werden, fällt uns zuerst und fast ausschließlich Martin Luther ein. Erst beim zweiten Überlegen erinnern wir uns, dass es auch noch andere Reformatoren gab. Diesen Calvin in Genf zum Beispiel. Ist das nicht jener blasse und hagere Gelehrte, der seine Zeitgenossen in Erwählte und Nicht-Erwählte einteilte und Genf mit unerbittlicher Härte zu einem "Gottesstaat" umgestaltete? Calvin hat ein Imageproblem - ganz zu Unrecht, meine ich! Das Jubiläum seines 500. Geburtstages bietet einen guten Anlass, sich mit diesem außergewöhnlichen Mann zu beschäftigen.