Wie hält man eine Andacht?

1. Du musst dich darauf vorbereiten

Alles, was du aus Ärmel schüttelst, wird entsprechend ärmlich sein. Du kannst sicher sein: Gottes Geist wird deine Schwachheit stützen, doch deine Faulheit lässt er sitzen.

Nehmen wir also an, du willst dich vorbereiten. Dann brauchst du …

2. Eine Botschaft

Eine Botschaft ist das, was du der Gruppe sagen willst. Ich hoffe ja, dass du etwas zu sagen hast, das heißt, dass Gott dir klar gemacht hat, was du der Gruppe sagen sollst .

Wie man diese Botschaft bekommt, fragst du? Nun, genau das kann ich dir nicht sagen. Es ist etwas, worauf Gott dich aufmerksam macht, vielleicht beim Bibellesen oder wenn du an die Jugendgruppe denkst und vor allem, wenn du betest.

Die Grundlage deiner Botschaft ist …

3. Ein Bibelwort

Wir haben schließlich keine Allerweltsweisheiten zu verkünden, sondern das, was Gott sagt, was Gott will. Und der Ausgangspunkt dazu ist immer, in jedem Fall, Gottes Wort. Ansonsten hast du nichts zu sagen oder du bist nur ein mehr oder weniger guter Unterhaltungskünstler. Du darfst auch keine eigene Idee zu Gottes Wort machen. Wir dürfen niemals unsere eigenen Gedanken mit Gottes Gedanken verwechseln oder sie als Gottes Gedanken ausgeben.

Wenn du also weißt, dass du irgendwann eine Andacht zu halten hast, dann fang sofort an, dir Gedanken darüber zu machen. Fang sofort an dafür zu beten, dass Gott dir etwas schenkt! Das kann ein Wort sein, ein Vers, ein Abschnitt, ein Gedanke in unterschiedlichen Versen oder Ähnliches.

Halte beim Bibellesen die Augen auf, beim Losungslesen oder beim Kalenderzettel – überhaupt in deiner Stillen Zeit. Gott wird dich nicht im Stich lassen.

Und wenn du ein Bibelwort gefunden hast, dann beschäftige dich so gründlich damit, dass du alle wesentlichen Zusammenhänge kennst.

Dann formuliere …

4. Deine Botschaft

Sie müsste in Kurzform in einen einzigen Satz hineinpassen. Damit drückst du aus, was du sagen willst. Und außerdem ist es für eine Andacht besonders wichtig, dass du nur einen Gedanken sagst – einen einzigen, nicht zwei und schon gar nicht anderthalb!

Nun musst du …

5. Die Botschaft präsentieren

Das soll natürlich ein bisschen mehr sein als nur den Satz vorzulesen, den du gerade formuliert hast. Die Botschaft benötigt jetzt etwas Redundanz, d.h. sie braucht etwas „Fleisch auf die Knochen“, damit sie den Zuhörern auch schmeckt. Zu diesem Zeitpunkt kannst zwar du
schon etwas mit deiner Botschaft anfangen, deine Zuhörer aber noch nicht. Ihnen musst du es erst schmackhaft machen. Überlege dir zunächst …

6. Eine Einleitung

Die Einleitung besteht immer aus den ersten Worte, die man sagt. Die sollten nicht so langweilig wie möglich sein. Fang mit etwas Interessantem an. Zum Beispiel:

  • Vorhin, als ich aus der Straßenbahn stieg, …
  • In unserer Jugendgruppe ist mir kürzlich Folgendes aufgefallen …
  • Gestern las ich in der Zeitung, dass … In der Bibel steht aber das genaue Gegenteil davon.
  • Wir haben vorhin ein Lied gesungen, in dem es heißt … Stimmt das wirklich?

Auf einem Jugendtag in Dillenburg begann ich einmal meine Bibelarbeit – es war in der Zeit der Wende – mit folgendem Satz: „Ich habe gehört, die Wessis sind alle Schlaffis.“ Sofort hatte ich die ungeteilte Aufmerksamkeit aller Jugendlichen 😉

Dann musst du …

7. Die Botschaft entfalten

Zuerst musst du von deiner Einleitung eine gute Überleitung zu deiner Botschaft finden. Bei dem erwähnten Jugendtag war das Thema die Kraft Gottes. Von daher war es sehr leicht, den Übergang zu finden.

Jetzt kannst du ein wenig den Hintergrund der Bibelstelle erklären. Aber vor allen Dingen musst du deutlich machen – das ist ja gerade der Sinn der Andacht – was dieses Gotteswort, das du auslegst, mit deinen Zuhörern zu tun hat. Du musst es auf sie anwenden, du musst ihnen zeigen, was sie tun sollen, wie sie das, was du ihnen gesagt hast, umsetzen können. Das darfst du nicht ihnen selbst überlassen. Du musst es ihnen erklären!

In diesem Zusammenhang darfst du auch ein positives oder negatives Beispiel von dir erwähnen. Negative Beispiele haben aber nur dann einen Sinn, wenn du erklärst, wie du die Schwierigkeit überwunden hast. Denk daran: Es geht immer nur um die eine Botschaft, die du vorhin in einem Satz formuliert hast. Deine Aufgabe ist es, diese Botschaft anschaulich zu machen und zum Zuhörer zu bringen .

Ich nehme an, dass du inzwischen angefangen hast, dir die wichtigsten Gedanken aufzuschreiben. Du brauchst also …

8. Ein Manuskript

Was für ein Konzept du verwendest, ist eigentlich egal. Ob du dir nur ein paar Stichworte aufschreibst oder ob du es wörtlich formulierst oder ob du alles im Kopf behalten kannst – das ist dir selbst überlassen. In jedem Fall aber sollte es sehr übersichtlich sein. Denn es ist
gut, bei der Andacht so frei wie möglich zu sprechen und nur ab und zu einen Blick auf das Papier zu werfen oder im Gehirn zu kramen. Man muss sich einfach sehr schnell zurechtfinden , sonst verliert man den Faden.

9. Der Rahmen

für deine Andacht wird vielleicht durch ein Lied am Anfang abgesteckt, das du dann gezielt auswählen solltest, und eine Gebetsgemeinschaft am Schluss. Denk daran: Das, was du zu sagen hast, darf nicht länger als 10 Minuten dauern.

Am Schluss fasst du am besten alles noch einmal in einem oder zwei Sätzen zusammen.

Ich wünsche dir viel Freude und Gottes Segen für die Vorbereitung!