Weihnachten – als Gottes Menschenliebe sichtbar wurde

Gott wurde Mensch

Weihnachten steht wieder vor der Tür. Wieder denken wir an das Wunder, dass Gott Mensch wurde und in Jesus zu uns kam. Ein einmaliges Wunder, das keine Weltreligion sonst kennt. Das Wort, Gott selbst, wurde Fleisch und wohnte unter uns (Joh 1,14a). Und weil Gottes Kinder Menschen von Fleisch und Blut sind, ist auch Gott ein Mensch von Fleisch und Blut geworden (Hebr 2,14). Mir scheint manchmal, dass das Wissen von dieser Tatsache uns so in Fleisch und Blut übergegangen ist, dass wir kaum noch darüber staunen.

Vor Kurzem staunte ich nicht schlecht, als ich in den sozialen Medien ein Foto sah, das meine Schwester gepostet hatte. Rechts darauf ein pensionierter Spitzensportler, links im Bildrand meine Schwester (journalistisch tätig) und in der Mitte das niederländische Staatsoberhaupt, Seine Majestät König Willem-Alexander. Was mich traf, war sein freundlicher, interessierter Blick. Würdevoll und demütig. Königlich und menschlich zugleich.

Auf meine Weihnachtswunschliste habe ich geschrieben, dass ich mir von Gott mehr Bewunderung schenken lassen möchte. Bewunderung für seinen Sohn Jesus Christus, der Mensch wurde wie wir.

Wozu eigentlich?

Warum wurde Jesus Mensch? Nicht unbedingt, damit wir ein friedliches Christkindfest feiern. Das mag zwar ganz nett sein, aber seine Menschwerdung hat nichts mit einem idyllischen Weihnachtsfest zu tun. Er wurde geboren, um zu sterben. Nur so konnte er den Tod entmachten und von Todesangst geplagte Menschen befreien (Hebr 2,14-15).

Wir können unseren Hals nicht selbst aus der Todesschlinge ziehen. Die Sünde führt unweigerlich zum Tod. Am Sterben führt kein Weg vorbei. Das hatten schon die Söhne Korach in Psalm 49 erkannt. Ihre Erkenntnis ging – dem Himmel sei Dank – über den Tod hinaus: „Gott aber wird meine Seele erlösen von der Gewalt des Scheols; denn er wird mich aufnehmen“, schrieben sie (Vers 16). Unsere Erlösung und Annahme erfüllten sich in Jesu Sterben.

Gott und Mensch

Gott wurde Mensch. Und doch: Er legte seine Gottheit nicht ab. Jesus war und ist Gott und Mensch in einer Person. Eine heilsentscheidende Tatsache. Ein erstaunliches Wunder. Das von Maria zur Welt gebrachte Kind war Gottes Sohn (Lk 1,35). Der Vater bezeugte vom Himmel her, dass der Mensch Jesus sein Sohn ist (Lk 3,22; 9,5). Auch ein römischer Offizier und seine Soldaten erkannten es (Mt 27,54).

Ein bloßer Mensch hätte uns niemals die verdiente Strafe für unsere Sünden abnehmen können. Nur der Mensch und Gottessohn Jesus Christus konnte es. Es ist vielleicht ein seltsamer Gedanke, aber Jesus konnte nicht sterben, ohne unsere Sünden auf sich zu nehmen. Er war der Heilige, der Sündlose. Den Tod hatte er nicht verdient. Aber er wurde Mensch und nahm uns die Schuld ab, wurde von Gott verlassen und ging für uns in den Tod. Seine Auferstehung ist der Beweis, dass der Tod und die Sünde besiegt sind.

Als Jesus in den Himmel zurückkehrte, legte er seine Menschheit nicht ab. Dort ist er jetzt als verherrlichter Mensch bei seinem Vater. Das hat auch für uns Folgen, denn Jesus hat gesagt: „Ich habe ihnen die Herrlichkeit geschenkt, die du mir gegeben hast“ (Joh 17,22). Alles, was Jesus als Mensch jetzt hat und haben wird, teilt er mit uns. Und es dauert nicht mehr lange, dann werden wir bei ihm sein. Ich freue mich schon darauf!

Menschen-Mensch

In meinem Berufsumfeld höre ich hin und wieder den Begriff „Menschen-Mensch“. Damit soll ausgedrückt werden, dass einer Menschen mag und eben nicht nur Daten, Fakten und Zahlen.

Gott wurde Mensch. In Jesus ist er erfahrbar geworden. „Was wir gehört, was wir mit unseren Augen gesehen, was wir angeschaut und unsere Hände betastet haben“, schreibt der Apostel Johannes begeistert (1Jo 1,1). Gott wurde Mensch, weil er uns Menschen liebt. Jesus ist der wahre Menschen-Mensch. In ihm ist „die Menschenliebe unseres Retter-Gottes erschienen“ (Tit 3,4).

Was bedeutet das für mich? Kurz vor seiner Himmelfahrt gab Jesus seinen Jüngern einen Auftrag: „Wie der Vater mich ausgesandt hat, sende ich auch euch“ (Joh 20,21). Auch wir sind Gesandte Jesu Christi. Jesus sendet uns zu den Menschen dieser Welt. So wie Jesus uns nahegekommen ist, real und wahrnehmbar, voller Mitleid und Liebe, so freut er sich, wenn wir in seinem Namen zu unseren Mitmenschen gehen. Nicht von oben herab, sondern aus der Nähe. Auch wir sollen Menschen-Menschen werden, mit einem göttlichen Auftrag. Wir dürfen Jesus zeigen und andere zu ihm führen, denn nur in ihm sind Rettung und wahres Glück zu finden. Ich bin begeistert!