Was ist Bekehrung?

Die Erlösung eines Menschen besteht aus drei Elementen: Überführung von Sünden, Bekenntnis der Sünden und Bekehrung. Überführung ist das Werk des Heiligen Geistes, durch das eine Person ihre Verlorenheit, ihre Sündhaftigkeit und ihr Bedürfnis nach der Erlösung sieht oder bewusst gemacht bekommt. Sündenbekenntnis stimmt der Überführung durch Gottes Geist zu und gibt ihm das Recht, Herr seines Lebens zu sein. Das dritte Element biblischer Erlösung ist die Bekehrung. Manche Leute in Gemeinden und Kirchen wurden zwar ihrer Sünden überführt und haben eine Form der Beichte vollzogen. Aber sie haben sich nie bekehrt. Sie haben alles gemacht, was man von ihnen verlangt hat. Sie wurden vielleicht sogar getauft und sind der Gemeinde als Mitglieder beigetreten. Aber es gibt keinen Beweis in ihrem Leben, dass sie jemals diesen letzten Schritt gemacht haben – Bekehrung.

Was ist Bekehrung?

Petrus beantwortet die Frage vieler Juden, was sie tun sollten: „So tut nun Buße und bekehrt euch, dass eure Sünden ausgetilgt werden“ (Apg 3,19). Der Ausdruck „Bekehrung“ finden wir etwa 15-mal im Neuen Testament. Das griechische Wort (epi-strepho) bedeutet so viel wie „umdrehen“ oder „umkehren“. Bekehrung ist der Wechsel von einem Zustand in einen anderen. Bekehrung ist kein Wechsel von einer Religion zur anderen. Bekehrung ist nicht die Annahme eines bestimmten Glaubensbekenntnisses, sondern die Veränderung des Herzens.

Warum ist Bekehrung notwendig?

Der Herr Jesus nennt den Grund in Matthäus 18,3: „Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie kleine Kinder, so werdet ihr keinesfalls in das Reich der Himmel hineinkommen.“ Es geht also um den Eingang in Gottes Reich, um Errettung aus dem verlorenen Zustand.

Ähnlich wie das Wort „Bekehrung“ bedeutet auch das Wort „Buße“ (metanoeo) wörtlich übersetzt „umkehren, umdenken“. Deswegen werden die Worte Bekehrung und Buße in der Bibel oft synonym verwendet.

Bevor ein Mensch ein Christ wird, beschreibt ihn die Bibel als jemand, der Gott völlig entfremdet ist: „Und euch, die ihr einst entfremdet und Feinde wart nach der Gesinnung in den bösen Werken…“ (Kol 1,21). Die Bibel schildert den Unbekehrten ganz nüchtern: „Der Gottlose denkt hochnäsig: Er (Gott) wird nicht nachforschen. ‚Es ist kein Gott!’, sind alle seine Gedanken“ (Ps 10,4). Die Gedanken und Wege des unbekehrten Menschen stehen also in direkter Opposition zu Gott. „Da ist kein Gerechter, auch nicht einer; da ist keiner, der verständig ist; da ist keiner, der Gott sucht“ (Röm 3,10-11).

Durch die Bekehrung ändert sich die Haltung des Menschen zu Gott.

Was beinhaltet die Bekehrung?

Es gibt Leute, die meinen, dass man nach seiner Bekehrung sein Leben so weiterführen kann wie in der Vergangenheit. Dass man als Christ weiterhin sein eigenes Ding machen und leben kann, wie man will. Aber die Bibel lehrt, dass sich Dinge verändern, wenn jemand zu dem Herrn Jesus kommt. „Daher, wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden“ (2Kor 5,17).

Bekehrung ist kein Gefühl, sondern eine Entscheidung. Es ist die Entscheidung einzusehen, dass man falsch liegt, wenn man meint, sein eigenes Leben führen und sein eigener Gott sein zu können. Es ist die Entscheidung einzusehen, dass man falsch denkt, wenn man meint, seine Kraft und Ausbildung würden reichen, um alles selbst machen zu können. Es ist die Entscheidung einzusehen, dass man dir Lügen über dich und deine Welt erzählt hat. Es ist die Entscheidung zu glauben, dass Gott dir in Jesus Christus die Wahrheit sagt.

Bekehrung ist die Erkenntnis, dass das, was Gott von dir will, und das, was du von Gott willst, nicht erreicht wird, indem du die gleichen, alten Dinge tust und die gleichen, alten Gedanken denkst. Vieles ändert sich:

  • Intellektuell glaubt man Aussagen, die man vorher nicht geglaubt hat.
  • Moralisch hat man ein anderes Empfinden dafür, was gut und böse ist und was man tun sollte oder nicht.
  • Emotional liebt man, was man früher hasste oder ignorierte; man beurteilt frühere Freuden als schädlich. Man kümmert sich um Gott, andere Menschen, den Rest des Planeten und sich selbst in einer Weise, die man vorher nicht kannte.
  • Geistig ist man sensibel und offen für Gott, aber auch für die geistlichen Bedürfnisse und Gaben anderer Menschen. Und man schätzt die physische Welt, einschließlich des eigenen Körpers, als Gottes gute Schöpfung.

Bekehrung bedeutet eine neue Perspektive für alles; eine neue Einstellung zu allem und Motivation in allem; und eine neue Beziehung zu jedem.

Ein verändertes Leben als Beweis einer echten Bekehrung

George Whitefield sagte einmal: „Es gibt viele Menschen, bei denen das Wort auf steinernen Boden fiel. Sie nahmen es mit Freuden auf. Aber ich habe mich entschlossen, erst dann ein Urteil abzugeben, wenn ich den Baum an seinen Früchten erkenne.“ Der Herr Jesus sagte: „Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, noch kann ein fauler Baum gute Früchte bringen. Jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Deshalb, an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“ (Mt 7,18-20).

Der aufrichtig Bekehrte ist nicht ein Mann in der Gemeinde und ein anderer zu Hause. Er ist kein Heiliger auf den Knien und ein Betrüger in seinem Geschäft.

Es gab in einem Dorf einen bösen Mann, der Holz an seine Nachbarn verkaufte. Er betrog sie, indem er seine Stämme ein paar Zentimeter unter den geforderten vier Fuß Länge schnitt. Eines Tages verbreitete sich das Gerücht, der Holzhacker habe sich bekehrt. Niemand glaubte dem Bericht, denn sie alle waren der Meinung, dass er für das Evangelium nicht mehr zu erreichen sei. Ein Mann verließ den Lebensmittelladen, wo die angebliche „Bekehrung“ diskutiert wurde, und kam schon bald in Aufregung zurück und rief: „Es stimmt! Er hat sich bekehrt!“ Sie alle fragten: „Woher weißt du das?“ – „Ich war drüben und habe das Holz gemessen, das er gestern geschnitten hat. Es ist über vier Fuß lang!“

Zusammenfassung

Überführung von Sünden zeigt uns unsere Sündhaftigkeit und Gottes Heiligkeit. Sie offenbart die große Trennung von Gott durch unsere Sünde. Echte biblische Überführung führt zum Sündenbekenntnis. Das Sündenbekenntnis gibt Gott in seinem Urteil über uns recht und erklärt Jesus Christus zu unserer höchsten Autorität, zu unserem Herrn und Erlöser. In der Anerkennung unserer Verlorenheit übergeben wir alles dem Herrn Jesus, und das führt zur Bekehrung.

Bekehrung ist eine Veränderung des Denkens, die von einer Veränderung des Herzens ausgeht und zu einer Veränderung des Lebens führt.
Überführung plus Sündenbekenntnis plus Bekehrung führt zur Erlösung. Erlösung ist die völlige Hingabe an Jesus Christus, der uns durch seine Kraft in seine neue Schöpfung verwandelt. „Denn aus Gnade seid ihr errettet durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme. Denn wir sind sein Gebilde, in Christus Jesus geschaffen zu guten Werken, die Gott vorher bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen“ (Eph 2,8-10)