Unser Herr baut seine Gemeinde!

Matthäus 16, 13-20

I. Der Herr baut seine Gemeinde

„Ich…“

Der Herr Jesus baut die Gemeinde. Nicht wir Menschen, nicht besonders begabte Gemeindegründer, nicht gemeindegründende Missionswerke. „Ich“ – das sagt der, der sein Leben gelassen hat für die Gemeinde. Er baut!

„… werde …“

Der Herr sagt: „Ich werde! Komme, was da wolle. Die Gemeinde wurde vor Grundlegung der Welt erwählt, und sie wird jetzt in dieser Zeit aus allen Nationen herausgerufen. Das wird niemand aufhalten – auch kein politisches System. Das römische Reich konnte es nicht aufhalten, die katholische Kirche des Mittelalters konnte es nicht aufhalten, der Kommunismus konnte es nicht aufhalten und der militante Islam wird es auch nicht aufhalten. Jesus Christus wird seine Gemeinde bauen!

„… meine …“

„Ich werde meine Gemeinde bauen.“ – Die Gemeinde gehört nicht uns! Die Gemeinde gehört nicht dem Gemeindegründer, nicht den Ältesten, nicht einem Missionswerk. Die Gemeinde gehört auch nicht einem Gemeindeverband. Der Herr sagt: „Es ist meine Gemeinde.“ Er hat sie mit seinem eigenen teuren Blut erkauft. Sie gehört für Zeit und Ewigkeit Ihm allein.

„… Gemeinde …“

Der Herr baut keinen eingetragenen Verein, keine wie immer geartete menschliche Organisation. Er baut auch nicht nur Hauskreise oder Gemeinschaften. Er sagt: „Ich werde meine Gemeinde bauen.“ Der Herr gebraucht dieses Wort hier zum ersten Mal. Damit wird Wesentliches mitgeteilt: Gemeinde (= ekklesia) sind die „Herausgerufenen“. Gemeinde besteht aus Menschen, in denen der Vater seinen Sohn als Christus, als Messias, offenbart hat (V. 17). Solche werden als lebendige Steine auf das gelegte Fundament aufgebaut. So entsteht Gemeinde.

„… bauen …“

„Ich werde meine Gemeinde bauen.“ Das Wort „bauen“ deutet einen Prozess an. Der Herr lässt sich Zeit mit dem Bau seiner Gemeinde. Schon 2000 Jahre lang ruft er Menschen aus immer mehr Nationen heraus – bis eines Tages die Fülle der Heiden eingegangen sein wird. Bis dahin wird gebaut – selbst unter widrigsten Umständen. Im Feindesland.

Der Herr Jesus erwähnt zum ersten Mal das Wort „Gemeinde“, und fügt sofort hinzu: „… und des Hades Pforten werden sie nicht überwältigen“ (V. 18). Satan versucht, die Gemeinde Jesu Christi zu zerstören. Er versucht es von innen und von außen.

Im Neuen Testament werden sieben Gemeinden erwähnt, in die der Satan einzudringen versuchte:

  1. In Jerusalem durch Lug und Trug (Apg 5,1-10)
  2. In Korinth durch Unversöhnlichkeit (2Kor 2,1-11)
  3. In Ephesus durch unreife, nicht qualifizierte Leiter (1Tim 3,6-7)
  4. In Smyrna durch religiös motivierte Verfolgung (Offb 2,9-10)
  5. In Pergamon durch mangelnde Absonderung bzw. falsche Toleranz (Offb 2,13)
  6. In Thyatira durch falsche Lehre und Frauenlehre (Offb 2,24)
  7. In Philadelphia durch religiös motivierte Verfolgung (Offb 3,9)

Es könnte einem Angst und Bange werden! Aber der Herr sagt: „Ich werde meine Gemeinde bauen und des Hades Pforten werden sie nicht überwältigen“ (V. 18). Die Gemeinde ist die einzige Körperschaft, der Christus Bestand verspricht!

II. Wir bauen mit und tragen Verantwortung

Während einer Konferenz erinnerte uns Benedikt Peters an einige fundamentale Wahrheiten der Heiligen Schrift; u.a. auch im Blick auf den Bau von Gottes Heiligtum zur Zeit des Alten Testaments:

  •  2Mo 25,9: Gott möchte unter seinen Erlösten wohnen.
  •  2Mo 40: „…ganz wie der HERR dem Mose geboten hatte…“ (7x)
  •  3Mo 10,1-3: Gott setzt ein Zeichen: Er duldet keinen Eigenwillen in seinem Haus!
  •  1Kor 3,6-10: Die menschliche Verantwortung beim Gemeindebau.

Wie viel mehr gilt das für den Bau der Gemeinde Jesu als neutestamentlicher Wohnung Gottes: Kein Eigenwille! Kein menschliches Gutdünken! Kein Pragmatismus, sondern Gehorsam gegenüber Gottes Wort ist gefragt!

Wenn wir biblische Gemeinde bauen wollen, dann muss die Heilige Schrift allein und hundertprozentig der Maßstab sein. Alles was sie lehrt, muss praktiziert werden, und alles was im Widerspruch zur Bibel steht, muss abgelehnt werden.

In 1Kor 3,10 mahnt uns der Apostel Paulus eindringlich: „Nach der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, habe ich als ein weiser Baumeister den Grund gelegt; ein anderer baut darauf. Jeder aber sehe zu, wie er darauf baut! Diese Worte sind mir wirklich zu Herzen gegangen. Wir sollen nach der Schrift bauen, und zwar in allen Bereichen.

Was ist Gottes Ziel?

Gott möchte seine Erlösten sammeln und unter ihnen wohnen. Die alttestamentlichen Wohnstätten waren Stiftshütte und Tempel. In der jetzigen Heilszeit der Gnade möchte der Herr in seiner Gemeinde, in der Gemeinde Jesu Christi, wohnen.

Der Herr Jesus will Gemeinde bauen. Wollen wir es auch? Oder genügt uns irgend ein Grüppchen oder Kreisle?

Wenn wir es auch wollen, dann hoffentlich nicht irgendwo und irgendwie – sondern „ganz wie der Herr … geboten hat“.

(Hünfeld 06/2001)