Sein Leben war vollständig

Sein Leben war vollständig.

Samuel Hildreths Nachruf lautete: „Er war ein ehrlicher Mann, ein Christ. Sein Leben war vollständig, er vollendete sein Werk.“

Vielleicht ist er heute unbekannt, weil er nicht weit herumkam. In den Pioniertagen Amerikas verbrachte er sein ganzes Leben in der unscheinbaren Stadt Marietta in Ohio, die Ende des 18. Jahrhunderts als erste feste Siedlung in den damaligen Nordwest-Territorien gegründet wurde. Selbst im Jahr 2010 war Marietta mit 14.000 Einwohnern noch eine Kleinstadt. Seine Geschichte wird in dem faszinierenden Buch „The Pioneers“ des Historikers David McCullough erzählt.

Dieser Nachruf erregte meine Aufmerksamkeit; der biblische Bezug war nicht zu übersehen: „Sein Leben war vollständig; er vollendete sein Werk.“ Was machte sein Leben bemerkenswert? (Um das herauszufinden, müsst ihr das Buch lesen.)

Aber die Ausdrucksweise erinnert an den Herrn Jesus, dessen Leben vollständig war. Das drückte er aus, als er im Obersaal betete: „Ich habe deine Herrlichkeit hier auf der Erde sichtbar gemacht. Ich habe das Werk vollendet, das du mir aufgetragen hast“ (Joh 17,4 NeÜ). Wir schwächen das Beispiel des Herrn nicht ab, wenn wir feststellen, dass der Apostel Paulus dem Vorbild des Herrn folgte: „Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe den Glauben bewahrt…“ (2Tim 4,7). Er wusste, was der Auftrag seines Lebens war. Er lief das Rennen, das für ihn bestimmt war.

Wozu hat der Herr, unser Meister, dich berufen? Was sollst du mit deinem Leben tun? Vielleicht ist es deine Aufgabe, an einem unbekannten, abgelegenen Ort zu dienen, ohne viel menschliche Anerkennung zu bekommen. Möglicherweise hat er dich dazu bestimmt, ihn in einem Dienst mit wenig Fortschritt und mageren Ergebnissen zu verherrlichen. Natürlich sollen wir uns im Dienst dessen, der „herrlich“ ist, nicht mit Mittelmäßigkeit zufriedengeben. Aber wenn wir unser Bestes getan haben und unbemerkt bleiben, während andere bekannt werden, dürfen wir uns nicht davon abhalten lassen, ihn durch unsere demütige Treue zu ehren.

Die sogenannten „christlichen Größen“ können nicht das tun, was du tust! Wer vor großen Mengen spricht, hat vielleicht nicht das Zeug dazu, vor einer Handvoll Leute zu predigen, ohne entmutigt aufzugeben. Der Herr hat nicht Billy Graham ausgesucht, deine Arbeit zu tun. Er hat dich ausgewählt! Er wollte deine Aufgabe keinen Bestsellerautor, keinen gefragten Konferenzredner tun lassen. Der Herrscher des Universums wollte dich! Was zählt ist allein, dass du am Ende treu bei dem gefunden wirst, was Gott dir zu tun aufgetragen hat.

Wahrscheinlich willst du nicht wie die unsicheren, ängstlichen jüdischen Spione in Kades-Barnea sein? Nach der Erkundung des gelobten Landes und seiner Bewohner war ihre Einschätzung: „Wir waren in unseren Augen wie Heuschrecken, und so waren wir auch in ihren Augen“ (4Mo 13,33). Gott hat nicht unbedeutende Insekten ausgewählt, sein Werk zu tun. Obwohl dir deine Aufgabe klein erscheinen mag und dein Name vielleicht nie sehr bekannt sein wird, ist sie riesig in Gottes Augen. Denke daran, dass Gott Frucht ganz anders bewertet als wir!

Wonach hält er Ausschau? Denn die Augen des Herrn durchlaufen die ganze Erde, um denen treu beizustehen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist“ (2Chron 16,9). Gott sucht Diener, deren Herz vollständig ihm und seinen Zielen gewidmet ist.

Wir erinnern uns daran, dass es keine größere Ehre gibt, als den Meister sagen zu hören: „Sehr gut! Du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du bist mit dem wenigen treu umgegangen, darum will ich dir viel anvertrauen. Komm herein zum Freudenfest deines Herrn!“ (Mat 25,21 NGÜ). Mit anderen Worten: „Sehr gut! Dein Leben war vollständig!“

Gib nicht auf, treuer Diener. Mach weiter mit der Aufgabe, die Gott dir gegeben hat. Lebe ein vollständiges Leben!