Sachwalterschaft

Beim Lesen meiner ersten „nicht revidierten“ Elberfelder Bibel machte ich erstaunliche Entdeckungen. Manche Worte waren völlig anders übersetzt, als ich es aus der Luther-Bibel gewohnt war. Die extravagante Wiedergabe „Sachwalter“ anstelle von „Beistand“ oder „Fürsprecher“ hat es mir bis heute angetan, und ich überlege, was den Übersetzer damals um 1870 dazu bewogen haben mag, diesen Begriff zu wählen…

Im fünften Band der „Handreichungen“ von 1917 erklärt ein ungenannter Bruder: „Sachwalter ist jemand, der in liebender Sorge für unsere Sache eintritt“. Damit trifft er in präzisen Worten die Kernaussage. Jesus Christus hat in einzigartiger und einmaliger Art und Weise das Problem meiner Sünde gelöst. Er nahm sich meiner „Sünden-Sache“ an – nicht, um sie mir ständig vorzuhalten oder mit ermahnender Stimme vorzulesen und mich zurechtzuweisen, sondern um die „Handschrift“, die gegen mich stand, völlig zu löschen (Kol 2,14). Dabei handelte der Herr Jesus absolut gerecht.

Das bedeutet, dass ich bereit sein muss, meine „Akte“ vertrauensvoll dem besten „Sachwalter“ zu überlassen, denn nur er wird in liebevoller Sorge weiterhin für meine Sache bei Gott, dem Vater, eintreten.

„Wir haben einen Beistand bei dem Vater: Jesus Christus, den Gerechten.“
(1. Johannes 2,1b)