Lieblingsmensch fürs Leben? (Leseprobe)

Beziehe Gott in deine Suche mit ein

Es ist ein sehr wertvoller Rat, den König Salomo vor etwa 3000 Jahren gab, wenn du auf der Suche nach einem Ehepartner bist: „Vertraue auf den HERRN mit deinem ganzen Herzen und stütze dich nicht auf deinen Verstand! Auf all deinen Wegen erkenne nur ihn, dann ebnet er selbst deine Pfade!“ (Spr 3,5-6). Wenn du Christ bist, dann lade den Herrn ganz bewusst dazu ein, bei deiner Partnersuche mit dabei zu sein. Such nach Möglichkeit von Anfang an seine Führung, noch bevor du dich verliebst. Egal, in welcher Situation du dich gerade befindest, er hat einen guten Weg für dich und möchte dich führen. Bist du bereit, ihn auf diesem wichtigen Gebiet deines Lebens zu „erkennen“?

Manchmal greift Gott auf übernatürliche Weise in Form einer ganz speziellen Führung ein, oder vielleicht „schließt er eine Tür“, um eine bestimmte Möglichkeit aus deinem Leben auszuschließen. Normalerweise leitet Gott uns als Christen jedoch dadurch, dass er uns sein Wort lebendig werden lässt. Wenn wir in der Bibel eine klare Anweisung oder eine Grenze finden, dann erwartet Gott, dass wir uns seinem weisen Rat unterordnen. Vergessen wir nicht, dass auch Leitplanken an Bergstraßen zu unserem Schutz angebracht wurden; sie schränken zwar unsere Freiheit ein, aber das ist zu unserem eigenen Vorteil. Obwohl die Bibel Gebote und Begrenzungen enthält, sind es doch relativ wenige. Wenn es um Leitung und Entscheidungsfindung geht, dann bevorzugt Gott es eindeutig, mit „Prinzipien“ zu arbeiten, um durch eine Veränderung unseres Denkens auch unsere Handlungsweise zu verändern. Er möchte, dass seine Söhne und Töchter seine eigenen Werte und Prioritäten übernehmen, die gewöhnlich deutlich anders sind als die, die in der uns umgebenden Gesellschaft maßgeblich sind. „Und seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung des Sinnes, dass ihr prüfen mögt, was der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene“ (Röm 12,2).

Die weisen und gesunden Grundsätze, die wir in der Bibel finden, sind dazu bestimmt, alle Bereiche unseres Lebens zu beeinflussen. Sie wurden für alle Christen in allen Kulturen und zu allen Zeiten gegeben. Menschen mit einem „erneuerten Herzen“ werden bestrebt sein, auch „ihren Sinn zu erneuern“; Menschen, die Gott lieben, wollen auch so denken wie er und ihm mit ihrem Leben gefallen. Es folgen nun vier grundlegende biblische Prinzipien, die uns bei allen unseren Entscheidungen helfen sollen, also auch bei der Auswahl unserer Freunde, bei der Suche nach einem Lebenspartner und schließlich auf dem Weg zur Ehe.

1. Eigentümer: Wem gehörst du?

Als wir Christen wurden, geschah etwas Grundlegendes: Wir erkannten, dass wir verlorene Sünder waren, und wandten uns an Christus, um Rettung zu finden. Frei und glücklich gaben wir unser Leben, unsere Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in die Hand des Herrn Jesus. Er wurde unser neuer Eigentümer und unser Chef – und er ist ein sehr guter! Der Apostel Paulus erklärte es so: „Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes in euch ist, den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid um einen Preis erkauft worden …“ (1Kor 6,19-20). Es ist sehr wichtig, das nicht zu vergessen, wenn du anfängst, nach einem Lebenspartner zu suchen. Wenn wir als Gemeinde zusammenkommen, dann fällt es uns für gewöhnlich etwas leichter, zu einer eingängigen Melodie positiv über unsere Hingabe und unseren Eigentümer zu singen. Aber dann kommt der Montag. Dann stehen wir vor unseren schwierigen Entscheidungen. Dieser Kampf ist nicht neu. Vor 2000 Jahren fragte der Herr Jesus seine Nachfolger: „Was nennt ihr mich aber: Herr, Herr!, und tut nicht, was ich sage?“ (Lk 6,46). Es führt zu einem natürlicheren Gehorsam, wenn du das Besitzrecht Christi auf dein Leben immer wieder neu bestätigst.

2. Lebensziel: Was möchte Gott mit dir erreichen?

Der Herr Jesus kam auf die Erde, um sein Leben zu geben, damit Vergebung und ewige Errettung für uns möglich wurden. Aber bei unserer Bekehrung kommen wir nicht sofort in den Himmel, sondern wir bleiben zu einem bestimmten Zweck auf der Erde. Wir haben hier noch einen Auftrag (eine „Mission“). Was hat er mit uns vor? Die Bibel macht klar, dass wir erschaffen wurden, um Gott zu verherrlichen, ihn anzubeten und ihm zu dienen (Mt 4,10). Unsere Gaben, unser familiärer Hintergrund, unsere Gesundheit und unsere Erfahrungen im Leben werden alle von Gott dazu gebraucht, um sein Ziel für unser Leben zu erreichen. Auf dem Weg zu seinem großen Ziel sind manche zum Singledasein berufen, andere zu einem Leben als Eheleute. Nach seiner Bekehrung beschrieb der Apostel Paulus eine neue Leidenschaft in seinem Leben: „Denn das Leben ist für mich Christus“ (Phil 1,21). Alle seine Lebensentscheidungen wurden von dem Wunsch beeinflusst, Christus zu gefallen: „Nicht, dass ich es schon ergriffen habe oder schon vollendet bin; ich jage ihm aber nach, ob ich es auch ergreifen möge, weil ich auch von Christus Jesus ergriffen bin“ (Phil 3,12). Wenn du in keine bestimmte Richtung willst, dann kannst du jeden beliebigen Bus nehmen! Wenn du aber ein festes Ziel hast, dann ist es sehr wichtig, in welchen Bus du einsteigst. Die Partnerwahl wird die Richtung deines Lebens stark beeinflussen. Sieh zu, dass du entsprechend deiner Berufung lebst. Bitte den Herrn um einen Partner/eine Partnerin, der/die mit dir ein „brauchbares Team“ im Reich Gottes bilden kann.

3. Unterschied: Wie sieht Gott dich?

Gott sieht uns Christen als eine neue Schöpfung, als ein auserwähltes Volk, als eine heilige Nation, als sein Volk. Der Herr Jesus betete für dich und mich und sagte: „Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt wegnimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen. Sie sind nicht von der Welt, wie ich nicht von der Welt bin“ (Joh 17,15-16). Wir leben auf der Erde und nehmen hier am gesellschaftlichen Leben teil, aber wir gehören nicht hierher. Wir sind keine gewöhnlichen Menschen mit einem bisschen zusätzlichen Glauben oder Religion. Wir Christen haben eine andere Bestimmung. In Gottes Augen ist der Unterschied zwischen einem Christen und einem Nichtchristen real und fundamental; wir unterscheiden uns, genau wie er, von ihnen wie das Licht von der Finsternis: „Denn einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr Licht im Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts“ (Eph 5,8). Gott möchte uns nicht im ungleichen Joch mit einem Nichtchristen haben, und zwar nicht deshalb, weil wir bessere Menschen wären, sondern weil wir ganz andersartig sind: „Geht nicht unter fremdartigem Joch mit Ungläubigen! Denn welche Verbindung haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? Oder welche Gemeinschaft Licht mit Finsternis? Und welche Übereinstimmung Christus mit Belial? Oder welches Teil ein Gläubiger mit einem Ungläubigen?“ (2 Kor 6,14-15). In uns Christen wohnt der Heilige Geist, und wir sind heilige (für ein bestimmtes Ziel abgesonderte) Menschen. Wir sind aufgefordert, uns selbst so zu sehen, wie Gott uns sieht – und entsprechend zu leben.

4. Gehorsam: Ist Gott vertrauenswürdig?

Die Grundlage unserer Beziehung zu Gott ist die Liebe. Wir lieben Gott, weil er uns zuerst geliebt hat. Aber Liebe ist mehr als ein Gefühl. Die Bibel verbindet Liebe mit Gehorsam. Der Herr Jesus erklärte: „Wie der Vater mich geliebt hat, habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, so werdet ihr in meiner Liebe bleiben, wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe. Dies habe ich zu euch geredet, damit meine Freude in euch sei und eure Freude völlig werde“ (Joh 15,9-11). Christlicher Gehorsam ist weder gedankenlose Unterordnung unter die Gemeindeleiter noch mechanische Erfüllung eines Systems religiöser Regeln. Christlicher Gehorsam ist freiwillige Unterordnung unter einen liebenden und weisen Gott, unter jemanden, der uns zu einem bestimmten Zweck erschaffen hat, der sein Leben gegeben hat, um uns zu erlösen, der uns in seine Familie aufgenommen hat, und der sich wünscht, dass wir die Ewigkeit mit ihm verbringen! Ganz sicher hat er sich schon als vertrauenswürdig erwiesen. Wer sonst könnte so gut, so freundlich und so treu sein?

Du hast einmal vertrauensvoll die ewige Bestimmung deiner Seele in Gottes Hände gelegt. Bist du auch dazu bereit, ihm jetzt dein Leben auf der Erde anzuvertrauen? Wirst du ihm auch bei der Wahl deines Ehepartners vertrauen bzw. mit der Entscheidung, ob du überhaupt heiraten sollst?

Du hast sicher festgestellt, dass es in diesem ersten Kapitel um Herzensfragen ging. Wir wissen alle, dass Regeln, Richtlinien und Vorschläge einen eher begrenzten Einfluss auf unser Verhalten haben. Es ist vor allem unser Herz, das unsere Taten kontrolliert.

Pause zum Nachdenken:

Bevor du weiter liest, nimm dir doch bitte etwas Zeit, um über diese vier biblischen Prinzipien nachzudenken: Kann ich ihnen zustimmen? Spüre ich, dass der Heilige Geist mich zu einer tieferen Hingabe an Christus ermutigen möchte?

Wenn dir bewusst geworden ist, dass du jetzt eine wichtige Herzensentscheidung treffen musst, dann rate ich dir, dieses Buch zur Seite legen und dir zunächst Zeit zu nehmen, um dem Herrn zu antworten. Wenn dein Herz die richtige Einstellung hat, dann wirst du wesentlich mehr Nutzen von dem haben, was noch folgt. (…)