Kreuz ist Trumpf

Wir sollen und wollen aktuell sein und ins pralle Menschenleben hineinsprechen. Das können wir am besten dadurch erreichen, dass wir das Wort vom Kreuz des Jesus Christus verkünden. Das ist Gottes Kraft und Gottes Weisheit. Natürlich weiß ich, dass diese Botschaft auch heute wie schon zur Zeit des Paulus von vielen Hörern als skandalöses dummes Zeug abgelehnt wird. Trotzdem: Kreuz ist Trumpf. Warum?

Liebe für eine brutale Welt

Gott beweist seine Liebe nicht, indem er gefühlvolle Liebesgedichte verfassen lässt. In einer Welt von Lüge, Folter und brutaler Gewalt offenbart Gott seine Liebe in der Sprache, die diese Welt versteht. Er wird Mensch. „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab …“ Jesus ist der Brutalität der Menschen ausgeliefert.

Viele deuten das als einen Akt der Solidarität mit den Unterdrückten. Das ist nicht völlig daneben. Aber was nützt es den Gefolterten, dass irgendein Promi auch zu Unrecht gefoltert wird? Damit werden ihre Qualen doch nicht gemildert. Die Wahrheit lautet: „Gott hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir durch ihn gerecht vor Gott werden“ (2. Korinther 5,21). Gott wird Mensch und zieht sich unser gottloses Leben an. Jesus wird zur Sünde in Person gemacht und entsprechend gerichtet. Wir sind frei, wenn wir seinen stellvertretenden Tod anerkennen.

Viele empören sich heute darüber, dass ein so brutales Geschehen zu unserer Erlösung nötig sein soll. Tun wir doch nicht so, als wären wir friedliche und liebevolle Wesen. Gott drückt seine Liebe zu uns in der Sprache unserer Welt aus. Sehr realistisch. Sehr lebensnah.

Muss das sein?

Es wird von vielen behauptet, die Notwendigkeit eines solchen stellvertretenden Leidens und Sterbens könne man den Menschen heute nicht verständlich machen. Wieso? Wir Menschen würden das doch aus Liebe tun, wenn wir es könnten. Eltern, die ihr Kind an Leukämie sterben sehen, würden gern tauschen. Sie wären sofort bereit, selber an Leukämie zu sterben, wenn dadurch ihr Kind von dieser tödlichen Krankheit befreit würde. Sie können es nicht. Wir können auch dem geliebten Menschen sein Leben und Sterben nicht abnehmen. Das ist die schmerzliche Ohnmacht unserer Liebe.

Nur der Schöpfer der Welt ist nicht begrenzt wie alle Lebewesen in Raum und Zeit der geschaffenen Welt. Gott allein ist in der Lage, ganz und gar in unser Leben und Sterben hineinzukommen. Dieses unvergleichliche Wunder ist in Jesus geschehen.

Wir verstehen leicht, was auch sonst in unserer Welt ringsum passiert. Aber das einzigartige, unvergleichliche Geschehen der Liebe Gottes gehört nicht zu den alltäglichen Ereignissen, die um uns her immer wieder geschehen. Darum muss das Evangelium von der rettenden Liebe Gottes durch Jesus den Menschen gesagt werden. Es wächst nicht auf ihrem eigenen Mist.

Das ist die Botschaft von Evangelisten: Das Unvergleichliche ist geschehen. Nur durch das stellvertretende Sterben am Kreuz werden wir im Gericht Gottes freigesprochen. Es gab keinen anderen Weg. Zu dieser Erkenntnis kämpfte sich Jesus in der Nacht von Gethsemane betend durch. Und als der Auferstandene erklärt er selbst es den zweifelnden Jüngern: „Musste nicht Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen?“ (Lukas 24,26). Durch die Auferweckung von Jesus bestätigt Gott selbst: Durch sein Sterben am Kreuz trug der Messias Jesus stellvertretend das Gerichtsurteil, das wir alle verdient haben.

Sehr aktuell!

Jeder Mensch lebt grundsätzlich in vier Beziehungen. Das wussten Philosophen schon immer. Aber heute wissen das fast alle, weil sie darunter leiden, dass die Beziehungen gestört sind.

Jeder Mensch hat erstens eine Beziehung zu sich selbst, zweitens eine Beziehung zu anderen Menschen, drittens eine Beziehung zur Umwelt (Luft, Wasser, Nahrung, Dingen) und viertens eine Beziehung zu Gott, dem Schöpfer, Erhalter und Vollender der Welt.

Über die ersten drei Beziehungen gibt es Einvernehmen. Wir leiden massiv unter Störungen der Selbstannahme, unter dem Zerbrechen mitmenschlicher Beziehungen und unter gesundheitsgefährdender Vergiftung von Luft, Wasser und Lebensmitteln. Wir sind an der Heilung dieser Beziehungen sehr interessiert. Auch die Beziehung zu Gott ist für alle Menschen grundlegend wichtig. Gott existiert ja nicht nur, wenn Menschen an ihn glauben. Er hat auch die geschaffen und erhalten, die nicht an ihn glauben. Darüber müssen wir die Menschen informieren, weil die meisten meinen, Gott wäre nur eine Vorstellung, die Menschen sich selber machen.

Alle wichtigen Probleme unseres Lebens haben immer mit allen vier Grundbeziehungen zugleich zu tun. Sie können nur gelöst werden, wenn die Probleme auch in allen vier Grundbeziehungen angegangen werden. Ohne Versöhnung mit Gott können auch die anderen drei Beziehungen nicht wirklich geheilt werden. Die Botschaft von der Versöhnung mit Gott ist brandaktuell. Kreuz ist Trumpf – für Zeit und Ewigkeit!