Gott wird systematisch entfernt (Leseprobe)

Der Teufel fordert die Menschen auf, zu Gott zu sagen, dass er „verschwinden“ soll. Er begünstigt ein moralisches Klima, das sich zunehmend nahezu allem öffnet, während es gleichzeitig immer verschlossener und verbal feindseliger gegenüber Christen und ihrem Christus wird. Wenn die Gesellschaft und die Welt immer gottloser werden, geraten Gläubige immer mehr in Verruf und werden ausgestoßen. Die Toleranz wird aufgehoben und Gläubige werden zur Zielscheibe von Spott und Verachtung (Joh 15,18-27). Zurzeit erleben wir, wie Gott systematisch aus unserer Gesellschaft entfernt wird. Auf der ganzen Welt wird das christliche Ideal unterdrückt. In einigen Bereichen geschieht das subtiler als in anderen, und in manchen Ländern findet sich generell nur ein sehr schwaches Bewusstsein von Gott.

Als ich einigen Jugendlichen in Europa in ihrer Klasse die Geschichte von Jesus erzählte, war ich schockiert, als ich erfuhr, dass diese Schüler noch nie von Jesus oder Gott gehört hatten. Sie hatten keine Vorstellung davon, wer oder was er ist. Selbst die grundlegendsten Wahrheiten waren neu für sie. Obwohl es mich überrascht, gilt dasselbe für eine neue Generation von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in meinem eigenen Land. Viele von ihnen sind in evangelikalen Gemeinden aufgewachsen und haben regelmäßig Jugendgruppen und den Gottesdienst am Sonntag besucht, und dennoch wissen sie nicht viel über Jesus oder die Bibel. Ich sehe dieses Phänomen in meinem eigenen Bezirk, wo nicht einmal ein rudimentäres Wissen über Gott vorhanden ist.

Stattdessen findet sich eine Ansammlung von unzureichend vermittelten und falsch verstandenen Fakten, Halbwahrheiten und sogar deutlichen Lügen über Jesus. Und fast kaum, wenn überhaupt, Wissen über das Christentum, die Bibel und wie man in den Himmel kommt. Ihre „Gemeinde“ ist ihr Freundeskreis. Ihre Bibel das Internet. Ihr Pastor die sozialen Medien. Und ihr Gott ist für gewöhnlich eine Mischung aus Philosophien und Glauben oder ein Flickenteppich aus persönlichen Moralvorstellungen hinsichtlich des Lebens. Oder noch schlimmer, sie sehen nur noch sich selbst und haben Gott aufgegeben.

Doch statt über die Regierung, Schulen, den Liberalismus und die hiesige atheistische Gesellschaft zu schimpfen, sollten wir anerkennen, dass der wahre Schuldige an dieser kulturellen Ausrottung Gottes die Gemeinde selbst ist. Wir geben uns zufrieden, uns jede Woche mit unseren Freunden vom sonntäglichen Büfett der Wahrheit zu ernähren, während wir dem Leben unserer verlorenen Freunde größtenteils schweigend zusehen und uns raushalten.

Menschen wissen heute so wenig über Gott, weil die Christen, die sie kennen (falls sie überhaupt welche kennen), plötzlich unter Gedächtnisverlust und Kehlkopfentzündung leiden, wenn es darum geht, ihnen von Jesus zu erzählen. Oder sie verfügen kaum über das Wissen oder die Fähigkeiten, jemanden zu Christus zu führen.

Wir meinen, solange wir uns nicht in der nächsten Kneipe volllaufen lassen oder uns herumtreiben, werden Nichtchristen den Unterschied schon bemerken und am Sonntag in Scharen zu unserer Gemeinde kommen, um sich das zu holen, was wir haben. Wir denken, für Christus zu zeugen, bedeutet einen konservativen Blog oder ein sentimentales GodTube-Video ins Netz zu stellen. Wir geben uns mit einem gottesfürchtigen Leben zufrieden und schmeißen hin und wieder eine Evangeliumsgranate über die Mauer … aber mit genügend Abstand.

Und die Welt geht weiter den Bach runter, ohne zu wissen, dass sich ein weltweiter Sturm zusammenbraut.

Obwohl Christen von Natur aus Salz und Licht sind, sind wir auch Meister darin, uns im Salzstreuer zu verstecken und den Dimmer zu betätigen. Während aber die Flut der Gottlosigkeit weiter steigt, stellen wir möglicherweise fest, dass es nicht ausreicht, ertrinkenden Opfern nur Evangeliumsschwimmwesten entgegenzuschleudern. Wie ein toter Körper verwest unsere Welt langsam, und Gottes Geist in seinem Volk ist alles, was diesen Prozess und das unvermeidliche Gericht hinauszögert.

Noahs Welt fing nicht ohne Gott an, aber sie endete so. Schauen Sie sich um. Worauf steuern wir Ihrer Meinung nach zu? Und was tun Sie dagegen?