Ermutigung für Gemeindegründer

Gemeindegründungs-Tage 2018

Ende November trafen sich rund 25 Geschwister aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands, um über das Thema Gemeindegründung nachzudenken. Dabei stand nicht die Theorie von Strategien und Vorgehensweisen im Vordergrund, sondern es ist den Organisatoren gelungen, sehr realistische und zum Teil ernüchternde Erfahrungen rund um dieses Thema an die Teilnehmer heranzutragen.

Gebietsmission in ländlich-kleinstädtischer Umgebung

Am ersten Tag wurden wir von Erik Junker und seiner Frau Anne gedanklich in die ca. 17 Jahren mitgenommen, die sie mit der Gemeindegründungsarbeit in Rendsburg und Umgebung verbrachten. Ehrlich und authentisch berichteten sie aus ihrem Leben zu dieser Zeit bis in die Gegenwart. Hier wurden Erlebnisse mit Gott, seiner wunderbaren Führung und seinem Segen geteilt. Erik und Anne machten deutlich, dass es eine klare Berufung in ein solches Leben braucht, wobei sie hier beide unabhängig voneinander eine eigene Geschichte dazu haben. Die große Frage lautete: Wo will mich Gott haben? Was ist mein Platz? Wenn Gott dann Klarheit für die nächsten Schritte zeigt, ist es unumgänglich, diese auch konsequent mit ihm zu gehen. Nicht die Strategie ist entscheidend, sondern das Feuer, das Gott im Herzen entzündet! Die Leidenschaft für verlorene Menschen, nahe an denen zu sein, die Jesus noch nicht kennen, aber auch bei denen, die ihn gefunden haben und nun den Weg mit dem Herrn gehen. Es war sehr ermutigend, die persönliche Geschichte der beiden zu hören und Anteil zu bekommen an dem, was Gott durch sie in ihrer Region bewirkt hat. Der Gedanke, dass Gemeinde wie eine Familie gelebt wird und ein Ort ist, an dem man ankommt, ist uns besonders hängen geblieben.

Der Samstag begann mit einem Wort aus Apg. 20, 35: „Denn ich haben euch allen gezeigt, dass man so arbeiten und sich der Schwachen annehmen muss im Gedenken an das Wort des Herrn Jesus, der selber gesagt hat: Geben ist seliger als nehmen.“ Mit diesem Schwerpunkt brachte uns Erik den Gedanken nahe, dass wir die DNA einer Gemeinde so legen dürfen bzw. sollten: Nicht so sehr mit sich selber beschäftigt zu sein, sondern wie Paulus zu handeln. Er war zwei Jahre lang gefangen, aber sein Wirkungskreis war dadurch keineswegs eingeschränkt! Im Gegenteil: Durch die Briefe, die er schrieb, wurde der Einfluss des Evangeliums noch größer und hat sich stark vervielfältigen können.

Gemeinden entstehen in Großstadt und Umgebung

Im Anschluss bekamen wir tiefe Einblicke in das Leben und den Dienst von Uwe und Elfi Brinkmann. Ihre Überzeugung echt zu sein kam uns allen zu Gute durch die Art, mit der sie uns ihr persönliches Zeugnis sowie die Höhen und Tiefen der Arbeit im Münchener Raum nahe brachten. Die Liebe, die sie und ihre Geschwister zu den Verlorenen haben, wurde sichtbar, als sie uns von den verschiedenen Bereichen berichteten, in denen sie Menschen jeglichen Alters und unabhängig von ihrer Herkunft das Evangelium nahebringen.

Es wurde jedoch nicht schön gefärbt. Die Tiefen, die beide Ehepaare durchlebt haben, wurden nicht verschwiegen, sondern ehrlich benannt – und den Teilnehmern somit die Möglichkeit gegeben daraus zu lernen. Beiden Berichten war deutlich zu entnehmen wie die Bereitschaft „zu gehen“ , die eigene Kraft und Zeit für den Herrn in unterschiedlichster Art und Weise einzusetzen, ausschlaggebend war für einen Dienst, der von Gott gesegnet wurde. Auf Bequemlichkeit zu verzichten und sich die Hände schmutzig machen scheint ein Teil davon zu sein.

OpenSpace: Vorbereitung von Gemeindegründern durchdenken

Am Freitagabend gab es zunächst eine Zeit, in der einzelne Teilnehmer kurz von der persönlichen Situation, in der sich ihre Arbeit befindet, berichten konnten. Anschließend war Denk-Arbeit gefragt. Marco Vedder hat uns alle herausgefordert, unsere Gedanken hinsichtlich dessen, was man in Vorbereitung auf Gemeindegründung, deren Start und Anfangsphase an “Rüstung“ braucht, in Schlagworten auf Plakaten zu notieren. Hier und auch während der gemeinsamen Mahlzeiten entstanden gute Gelegenheiten, sich mit anderen Geschwistern auszutauschen und sich auch den ein oder anderen Rat zu holen.

Zu hören, wie Menschen sich auf den Weg machen, um Gottes Ruf zu folgen, und aus ihren Erfahrungen zu lernen, war für uns von unschätzbarem Wert!

Alles in allem eine sehr bereichernde und ermutigende Zeit mit Menschen, die uns zu Vorbildern geworden sind.